Brasilien hat die Kontrolle über seine kritischen Mineralien und Seltenen Erden neu geordnet. Präsident Luiz Inácio Lula da Silva unterzeichnete am 16. September ein Gesetz, das die Verarbeitung strategischer Rohstoffe im eigenen Land fördern und der Regierung mehr Einfluss auf bestimmte Geschäfte mit Bergbauunternehmen und Rohstoffprojekten geben soll. Der Gesetzestext schafft dazu einen neuen, dem Präsidentenamt zugeordneten Rohstoffrat.
Einen Tag später rückte damit auch ein seit Monaten bestehender Konflikt mit den USA wieder in den Vordergrund. Lula wies frühere US-Forderungen nach bevorzugtem Zugang zu brasilianischen Rohstoffen öffentlich zurück. Die Forderungen seien „inakzeptabel“ gewesen und würden nicht verhandelt, sagte er laut Folha de S.Paulo.
Mehr Kontrolle über Rohstoffgeschäfte
Das neue Gesetz schafft die Política Nacional de Minerais Críticos e Estratégicos. Ein neuer Regierungsrat kann strategische Projekte auswählen und bestimmte Änderungen der Eigentümer- und Kontrollstrukturen von Unternehmen prüfen und bestätigen. Gleichzeitig sieht die Regelung finanzielle Anreize vor, damit kritische Mineralien stärker in Brasilien verarbeitet werden, statt lediglich als Rohstoffe exportiert zu werden, wie das brasilianische Industrieministerium erklärte.
Ausländische Unternehmen würden damit nicht ausgeschlossen, sagte Lula laut Estadão Conteúdo/InfoMoney. Voraussetzung für Investitionen solle jedoch sein, dass Verarbeitung und Wertschöpfung stärker in Brasilien stattfinden.
Washington verlangte Vorzugsrechte
Der Streit verweist auf Verhandlungen vom 16. Oktober 2025. Damals legte die US-Regierung Brasilien im Zuge von Gesprächen über amerikanische Zölle einen Forderungskatalog vor. Darin verlangte Washington unter anderem ein Vorzugsrecht beim Erwerb von Lagerstätten kritischer Mineralien, wie CNN Brasil berichtete.
Brasilien lehnte die Bedingungen damals ab. Lula bezeichnete das Papier nun als alten Vorgang, der bereits im „Archiv“ liege. Es sei weder verhandelt worden noch werde darüber verhandelt, sagte er laut InfoMoney.
Im Januar 2026 verlangten die USA nach Angaben von CNN Brasil zudem eine Überprüfung des Verkaufs brasilianischer Nickelminen von Anglo American an den chinesischen Konzern MMG. Brasília lehnte auch diese Forderung ab.
