Jugendarbeitslosigkeit in China steigt

In China finden junge Hochschulabsolventen kaum Jobs. Der Staat will nun gegensteuern.

Peking. Für junge Menschen in China bleibt der Einstieg in den Arbeitsmarkt schwierig. Die Arbeitslosenquote der 16- bis 24-Jährigen in den Städten ist im August auf 18,9 Prozent gestiegen. Schüler und Studierende werden dabei nicht mitgerechnet. Im Juli hatte die Quote noch bei 17,9 Prozent gelegen. Das berichtete die chinesische Nachrichtenplattform The Paper am Donnerstag unter Berufung auf neue Daten des Nationalen Statistikamts. Damit ist die Quote den zweiten Monat in Folge gestiegen. The Paper: Arbeitslosenquote der 16- bis 24-Jährigen bei 18,9 Prozent

Auch ältere Berufseinsteiger betroffen

Auch in der nächsthöheren Altersgruppe nahm die Arbeitslosigkeit zu. Laut The Paper stieg die Quote bei den 25- bis 29-Jährigen im August auf 7,5 Prozent, 0,3 Prozentpunkte mehr als im Vormonat. Bei den 30- bis 59-Jährigen blieb sie dagegen unverändert bei 3,9 Prozent.

Das chinesische Nationale Statistikamt hatte bereits am 15. September mitgeteilt, dass die allgemeine städtische Arbeitslosenquote im August bei 5,3 Prozent lag und damit gegenüber Juli um 0,1 Prozentpunkte zunahm. Die Behörde führte den Anstieg vor allem auf einen saisonalen Effekt zurück: Viele Hochschulabsolventen seien nach ihrem Abschluss gleichzeitig auf den Arbeitsmarkt gekommen. Zugleich erklärte das Statistikamt, dass die Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe insgesamt stabil geblieben sei und unter anderem die Bereiche Software und Informationstechnologie zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen hätten. Nationales Statistikamt: Wirtschaft und Arbeitsmarkt im August 2026

Rekordzahl an Hochschulabsolventen

Der Druck auf den Arbeitsmarkt ist auch deshalb groß, weil in diesem Jahr eine Rekordzahl junger Menschen die Hochschulen verlässt. Nach Angaben des chinesischen Bildungsministeriums werden 2026 rund 12,7 Millionen Hochschulabsolventinnen und -absolventen erwartet – 480.000 mehr als im Vorjahr.

Das Ministerium bezeichnet die Beschäftigung junger Hochschulabsolventen als eine zentrale Aufgabe und hat unter anderem zusätzliche Stellenvermittlung und Jobprogramme angekündigt. Chinesisches Bildungsministerium: 12,7 Millionen Absolventen im Jahr 2026

Strukturelle Probleme auf dem Arbeitsmarkt

Dabei geht es nicht nur um die Zahl verfügbarer Stellen, sondern auch darum, ob Qualifikationen und Arbeitsplätze zusammenpassen. Das China Employment Network, das dem chinesischen Arbeitsministerium zugeordnet ist, beschreibt die Beschäftigungslage 2026 als insgesamt stabil, verweist jedoch zugleich auf strukturelle Unterschiede und anhaltenden Druck auf junge Arbeitssuchende.

Insbesondere die hohe Zahl von Hochschulabsolventen und Veränderungen durch neue Technologien stellten den Arbeitsmarkt vor Herausforderungen. China Employment Network zur Beschäftigungslage 2026

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