Trump mit scharfer Rhetorik, Iran sucht Partner

Die USA und der Iran suchen nach mehr Unterstützung durch Verbündete. Die Methoden sind sehr unterschiedlich.

Dieses vom Medienbüro des irakischen Parlaments am 19. August 2026 veröffentlichte Foto zeigt den iranischen Parlamentspräsidenten Mohammad Bagher Ghalibaf (links) im Gespräch mit seinem irakischen Amtskollegen Haibat al-Halbousi im Parlamentsgebäude in Bagdad. (Foto: Medienbüro des irakischen Parlaments / AFP)

Irans stellvertretender Außenminister Kazem Gharibabadi erklärte, die USA steuerten nach der Ankündigung des sogenannten „wirtschaftlichen D-Day“ auf ihre nächste Niederlage zu. „Sie behaupten, der Iran stehe kurz vor der Niederlage, hänge am seidenen Faden, und betteln gleichzeitig all ihre Verbündeten um Hilfe an“, schrieb er auf X. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi sagte auf X, die Ankündigung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump verfolge den Zweck, von Washingtons „beispielloser Verschuldung und explodierenden Zinskosten“ abzulenken. Die gegen den Iran angekündigten Wirtschaftsmaßnahmen würden den USA „weitere Niederlagen“ bescheren. Die Revolutionsgarden (IRGC) kündigten laut Al Jazeera an, in der nächsten Kriegsrunde gegen die USA noch zerstörerischere Waffen einzusetzen und behaupten, ihr Militärarsenal weiterhin modernisieren zu können.

Trump droht allen Handelspartnern

Trump hatte auf seiner privaten Website Truth Social geschrieben.

„Niemand hat der Islamischen Republik Iran eine größere Chance für ein Abkommen geboten als ich. Tragischerweise haben sie diese verpasst. Deshalb kündige ich heute die verheerendste Wirtschaftsoperation an, die jemals gegen ein Land durchgeführt wurde! Dies wird ein Wirtschaftskrieg und eine Isolation in beispiellosem Ausmaß sein. Ihre Marine ist vernichtet, ihre Luftwaffe zerstört, ihre Militärfabriken liegen in Trümmern, ihre Währung ist wertlos, und ihr Land steht am Abgrund. Ich kündige heute außerdem an, dass jedes Land, das seinen Finanzinstitutionen, Unternehmen, Flughäfen oder Regierungsstellen erlaubt, Iran in irgendeiner Form zu unterstützen, selbst mit enormen wirtschaftlichen Konsequenzen rechnen muss. Ölschmuggel, Geldtransfers, Wechselstuben, Schiffsregister, Tarnfirmen – all das muss sofort gestoppt werden. Ihr wisst, wer gemeint ist. Dies wird ein wirtschaftlicher D-Day sein, und wir brauchen die Unterstützung all unserer Verbündeten an der Seite der Vereinigten Staaten von Amerika, um die iranische Bedrohung zu isolieren und zu besiegen. Diese Wahnsinnigen sind am Ende, und diese HISTORISCHEN MASSNAHMEN werden sie und ihre Fähigkeit, weltweit Terror zu verbreiten, schwächen. DER IRAN WIRD NIEMALS EINE ATOMWAFFE BESITZEN. VIELEN DANK FÜR IHRE AUFMERKSAMKEIT IN DIESER ANGELEGENHEIT. Präsident DONALD J. TRUMP“

Vereinigte Arabische Emirate brechen mit Iran

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) hatten bereits vor der Drohung die Reißleine gezogen und alle Handels- und Finanztransaktionen mit der Islamischen Republik „bis auf Weiteres“ ausgesetzt. Angesichts „der regionalen Eskalation, die den regionalen und internationalen Frieden und die Sicherheit untergräbt“, würden alle Handels-, Wirtschafts- und Finanztransaktionen mit Iran bis auf Weiteres eingestellt.

Die VAE sind einer der größten Handelspartner Irans und stehen nach China an zweiter Stelle. Der Handel zwischen den beiden Ländern hatte sich trotz der verschärften US-Sanktionen gegen das Regime weiter ausgeweitet.

Vergangene Woche wurden Schiffe der staatlichen Ölgesellschaft der VAE von Iran in der Straße von Hormus angegriffen, wie die staatliche Nachrichtenagentur der VAE berichtete.

Iran spricht mit Irak

Der irakische Parlamentspräsident Haibat al-Halbousi hat unterdessen seinen iranischen Amtskollegen Mohammad Bagher Ghalibaf laut staatlichen Medien um besondere Berücksichtigung der irakischen Ölexporte durch die Straße von Hormus gebeten.

In einer Erklärung seines Pressebüros hieß es, Halbousi habe die Bedeutung einer stärkeren parlamentarischen Diplomatie und einer breiteren Zusammenarbeit zwischen dem Irak und dem Iran betont. Er wies zudem auf die Abhängigkeit des Irak von regionalen Entwicklungen hin und forderte, die Interessen Bagdads bei den Ölexporten durch die strategisch wichtige Wasserstraße zu berücksichtigen

Der Irak ist aufgrund der Tatsache, dass der Großteil seiner Rohölexporte in Terminals in Basra verladen und durch den Golf transportiert wird, stark von Störungen in der Straße von Hormus betroffen.

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