Chinesische Anbieter halten nach Reuters-Recherchen einzelne Lieferungen Seltener Erden an US-Kunden zurück. Andere amerikanische Unternehmen warten seit Monaten auf Exportgenehmigungen. Betroffen sind auch Rohstoffe wie Yttrium, Wolfram und Indiumphosphid.
Ein zusätzlicher Konflikt entstand Anfang August. Das chinesische Handelsministerium setzte die US-Organisation Responsible Business Alliance auf eine Gegenmaßnahmenliste. Chinesischen Unternehmen sind Geschäfte und Kooperationen mit ihr seitdem untersagt. Die entsprechende Verfügung veröffentlichte das Ministerium am 5. August auf seiner Website. Reuters zufolge hat die Maßnahme dazu geführt, dass einige chinesische Rohstofflieferanten Geschäfte mit US-Kunden vermeiden, weil sie mögliche Verstöße gegen chinesische Vorgaben fürchten.
Peking weist allerdings den Eindruck eines generellen Exportstopps zurück. Das Handelsministerium betont, die Kontrollen dienten der nationalen Sicherheit und der Kontrolle von Dual-Use-Gütern. Rechtmäßige Exportanträge würden weiter genehmigt. Bereits seit April 2025 benötigen mehrere schwere Seltene Erden wie Dysprosium, Terbium und Yttrium eine Ausfuhrgenehmigung.
Für die USA bleibt die Abhängigkeit problematisch. China besitzt nicht nur große Rohstoffvorkommen, sondern dominiert vor allem Verarbeitung und Produktion von Spezialmaterialien und Permanentmagneten. Diese werden unter anderem in Elektromotoren, Halbleitern, Luftfahrttechnik und Rüstungssystemen eingesetzt.
Die Rohstofffrage dürfte deshalb beim Trump-Xi-Gipfel eine zentrale Rolle spielen. Die Financial Times berichtet, dass Washington auf eine verlässlichere Umsetzung bisheriger Vereinbarungen drängt. Vor dem Treffen sollen US-Finanzminister Scott Bessent und Chinas Vizepremier He Lifeng erneut über Handelsfragen und Seltene Erden verhandeln.
