Die „Space Computing Trading Platform“ funktioniert im Kern wie ein digitaler Marktplatz für Weltraum-IT. Angeboten werden sollen nach Angaben der staatlichen chinesischen Global Times unter anderem Rechenkapazitäten auf Satelliten, Satellitendaten, KI-Modelle und darauf aufbauende Dienstleistungen.
Nutzer können Angebote durchsuchen und vergleichen sowie bei Anbietern konkrete Anfragen stellen. Die Plattform selbst stellt keine Rechenleistung bereit, sondern bringt Anbieter und potenzielle Kunden zusammen.
Rechenleistung direkt im All
Beim sogenannten Space Computing werden Daten bereits auf Satelliten verarbeitet, statt sie vollständig zur Erde zu übertragen. So können etwa Satellitenbilder direkt an Bord vorsortiert oder mithilfe von KI ausgewertet werden.
Das kann die zu übertragende Datenmenge verringern und Auswertungen beschleunigen. Für Nutzer der Plattform sollen dafür neben Rechenkapazitäten auch passende Datensätze und KI-Modelle verfügbar sein.
An der ersten Testphase beteiligen sich mehrere chinesische Raumfahrt- und Technologieunternehmen sowie Forschungseinrichtungen. Genannt werden unter anderem MinoSpace Technology, AIRSAT Technology Group, Xiopm SPACE, Spark-X und die Sun-Yat-sen-Universität.
Zunächst vor allem Vermittlungsplattform
Hinter dem Projekt steht das im Sommer eröffnete Beijing Space Computing Innovation Center. Die Einrichtung soll Unternehmen und Forschung aus Bereichen wie Satellitentechnik, Chips, KI und Datenverarbeitung zusammenbringen.
Wie weit die Handelsplattform technisch bereits entwickelt ist, bleibt allerdings offen. Die bisher veröffentlichten Angaben belegen vor allem Funktionen wie Produktsuche, Vergleich, Bedarfsmeldungen und Geschäftsanbahnung.
Nicht belegt ist bislang, dass Rechenkapazitäten dort bereits ähnlich wie bei Cloud-Diensten direkt gebucht, automatisch zugeteilt und abgerechnet werden können. Derzeit handelt es sich daher vor allem um eine Vermittlungsplattform für Anbieter und Nutzer von Weltraum-Computing.
