Die Welt entfernt sich weiter von den Klimazielen des Pariser Abkommens. Der neue Bericht des UN-Umweltprogramms UNEP kommt zu dem Ergebnis, dass die bislang beschlossene Politik der Staaten nicht ausreicht, um die Erderwärmung auf die in Paris vereinbarten Werte zu begrenzen. Neue Klimazusagen haben daran nach Einschätzung der UN kaum etwas geändert.
Besonders deutlich zeigt sich die Gegenbewegung derzeit in den USA. Der amerikanische Rückzug aus dem Pariser Klimaabkommen verschlechtert nach Angaben von UNEP die weltweiten Aussichten erneut. Der Bericht führt ausdrücklich darauf zurück, dass die aktuelle Projektion ungünstiger ausfällt als noch im vergangenen Jahr.
China bleibt trotz Energiewende größter Emittent
China steht vor einem anderen Widerspruch. Das Land baut Wind- und Solarenergie sowie Elektromobilität in enormem Umfang aus und könnte nach Einschätzung von UNEP vor einem Höhepunkt seiner Emissionen stehen. Gleichzeitig bleibt China der weltweit größte Treibhausgasemittent und stark von fossilen Energien abhängig.
Das UN-Umweltprogramm fordert Peking deshalb ausdrücklich auf, konkrete Grenzen für die Nutzung von Kohle festzulegen, den Ausstieg aus fossilen Energien stärker zu definieren und fossile Subventionen abzubauen. Auch beim Ausstoß von Methan sieht UNEP weiteren Handlungsbedarf.
Damit zeigt sich das zentrale Problem des Berichts: Technisch schreitet der Umbau der Energieversorgung vielerorts schnell voran, politisch reichen die bisherigen Maßnahmen jedoch nicht aus. Selbst wenn alle bisher zugesagten nationalen Klimaziele vollständig umgesetzt würden, bliebe die Welt deutlich über dem im Pariser Abkommen angestrebten Temperaturpfad.
Vor allem die großen Volkswirtschaften sind dabei entscheidend. Die G20 stehen für mehr als drei Viertel der weltweiten Emissionen. Nach Einschätzung von UNEP reicht die bisherige Politik dieser Staaten insgesamt nicht aus, um die vereinbarten Klimaziele zu erreichen.
