Die Weltnaturkonferenz in Jerewan ist mit einer Einigung zu Ende gegangen, doch von dem erhofften Durchbruch beim Schutz der biologischen Vielfalt kann kaum die Rede sein. Nach zwei Wochen schwieriger Verhandlungen verabschiedeten die 196 Teilnehmerstaaten zwar Beschlüsse zur weiteren Umsetzung des Weltnaturabkommens. Die entscheidende Frage, wie die Weltgemeinschaft ihre weit zurückliegenden Naturschutzziele bis 2030 noch erreichen will, blieb jedoch nur unzureichend beantwortet.
Entsprechend kritisch fällt die Bilanz von Umweltverbänden aus. Die Deutsche Umwelthilfe erklärte zum Abschluss der Konferenz, Jerewan habe „noch nicht den erhofften Wendepunkt im Kampf gegen das weltweite Artensterben gebracht“. DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner sagte, das notwendige Signal zur Erreichung der Biodiversitätsziele bis 2030 sei ausgeblieben. Besonders fordert die Organisation von der Bundesregierung, naturschädigende Subventionen abzubauen. Nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe fließen in Deutschland jährlich mehr als 65 Milliarden Euro an staatlichen Mitteln in Bereiche, die aus ihrer Sicht zur Naturzerstörung beitragen.
Die Enttäuschung wiegt umso schwerer, weil die COP17 als erste große globale Zwischenbilanz des 2022 beschlossenen Weltnaturabkommens gedacht war. Zu den 23 Zielen gehört unter anderem, bis 2030 mindestens 30 Prozent der Land- und Meeresflächen wirksam zu schützen und zu vernetzen. Auch der Abbau biodiversitätsschädigender Subventionen und eine deutliche Verringerung der Risiken durch Pestizide gehören dazu. Vier Jahre vor Ablauf der Frist bleibt die Umsetzung nach Einschätzung der Umwelthilfe deutlich hinter den politischen Zusagen zurück.
