Neun Geldgeber und Organisationen haben im Umfeld der UN-Weltnaturkonferenz mehr als 500 Millionen US-Dollar für den Schutz besonders bedrohter Arten zugesagt. Die Mittel sollen in den kommenden fünf Jahren eingesetzt werden. Der am 16. Oktober vorgestellten Species Recovery Alliance gehören unter anderem Rainforest Trust, der Bezos Earth Fund und Re an, wie Re in einer gemeinsamen Mitteilung zum Artenschutz bekanntgab.
Die Mitglieder wollen ihre Fördermittel aufeinander abstimmen und mit lokalen Naturschutzorganisationen zusammenarbeiten. Vorgesehen sind unter anderem Wiederansiedlungen, Erhaltungszucht und die Bekämpfung invasiver Arten. Die Beteiligten verwalten ihre Mittel weiterhin getrennt. Welcher Anteil der angekündigten Summe zusätzliches, zuvor noch nicht zugesagtes Geld ist, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Die Allianz knüpft auch an bestehende Partnerschaften an.
Die Zusage fällt in eine Phase, in der die internationale Staatengemeinschaft ihre bisherigen Naturschutzmaßnahmen überprüft. Bei der vom 19. bis 30. Oktober dauernden Konferenz COP17 in Eriwan steht nach Angaben des CBD-Sekretariats erstmals eine gemeinsame globale Bilanz zur Umsetzung des 2022 vereinbarten Biodiversitätsrahmens an. Dieser enthält 23 Ziele, mit denen der Verlust biologischer Vielfalt bis 2030 aufgehalten und eine Erholung eingeleitet werden soll.
Lücken bei der Erfolgskontrolle
Wie viel sich tatsächlich verändert hat, lässt sich anhand der staatlichen Berichte allerdings nur eingeschränkt feststellen. Laut einer Auswertung des CBD-Sekretariats enthält etwa die Hälfte der nationalen Berichte eine Momentaufnahme der Ausdehnung natürlicher Ökosysteme. Weniger als ein Prozent liefert dazu Daten über die Zeit. Solche Zeitreihen wären nötig, um zu erkennen, ob die Flächen schrumpfen, stabil bleiben oder sich erholen. Der Befund betrifft diesen Teil der staatlichen Berichterstattung; er besagt nicht, dass insgesamt keine wissenschaftlichen Daten zum Zustand der Natur vorliegen.
Die Unterscheidung zwischen Maßnahmen und Ergebnissen zeigt sich auch bei der Wiederherstellung geschädigter Lebensräume. Für 2025 meldeten die Vertragsparteien rund 193 Millionen Hektar, auf denen entsprechende Arbeiten stattfinden. Die Zahl beschreibt Flächen in laufender Wiederherstellung. Sie belegt noch nicht, dass sich die Ökosysteme dort bereits erholt haben. Das CBD-Sekretariat sieht erhebliche Lücken sowohl bei der Umsetzung als auch bei der Beobachtung ihrer Ergebnisse.
Auch bei einzelnen Arten ist die Bewertung anspruchsvoll. Ein gleichbleibender Bestand kann bereits einen Schutzerfolg darstellen, wenn er ohne die Maßnahmen weiter zurückgegangen wäre. Der „Green Status of Species“ der Weltnaturschutzunion IUCN berücksichtigt deshalb neben dem Zustand einer Art auch ihre Abhängigkeit von fortgesetztem Schutz. Dazu werden Szenarien darüber bewertet, wie sich eine Art mit weiteren Maßnahmen oder nach deren Einstellung entwickeln könnte. Solche Einschätzungen ergänzen die beobachteten Bestandsdaten.
Die neue Finanzierungsallianz will ihre Fortschritte anhand dieses Standards und der Roten Liste der IUCN bewerten.
