Der zentrale Instagram-Auftritt der No-Kings-Bewegung wurde am 17. Oktober 2026 zeitweise gesperrt. An diesem Tag fanden in den USA Veranstaltungen gegen Präsident Donald Trump und zur Mobilisierung für die vorzeitige Stimmabgabe bei den Zwischenwahlen statt. Nach Angaben der Organisatoren war das Konto auf dem Höhepunkt des Aktionstags rund 90 Minuten öffentlich nicht sichtbar. Der Zugriff für die Administratoren blieb mehr als vier Stunden blockiert.
In einem offenen Brief an Meta-Chef Mark Zuckerberg fordert die Koalition bis zum 21. Oktober öffentliche Antworten. Sie verlangt unter anderem die Offenlegung der Protokolle zur Sperrung sowie Auskünfte über die Rolle automatisierter Systeme und mögliche Kontakte zur Trump-Regierung. Ob solche Kontakte im Zusammenhang mit dem Vorfall bestanden, ist bislang nicht belegt.
Meta entschuldigte sich und erklärte den Vorgang mit einem Fehler seiner Sicherheitssysteme. Unternehmenssprecher Andy Stone zufolge hatten diese intensive Lesezugriffe eines KI-Werkzeugs irrtümlich als Botaktivität eingestuft. Eine automatische Überprüfung habe die Sperre anschließend aufgehoben; die Wiederherstellung des Administratorzugriffs habe zusätzliche Zeit benötigt, berichtet Business Insider. Die Organisatoren halten die bisherigen Erklärungen für unzureichend.
Brasilianisches Wahlgericht ordnet Gleichbehandlung an
In Brasilien wirft das Wahlkampfteam von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva Meta vor, eigene Beiträge in ihrer Reichweite zu beschränken und Inhalte zugunsten des Gegenkandidaten Flávio Bolsonaro künstlich zu verstärken. Wie die Associated Press berichtet, betrifft die Beschwerde auch Metas KI-Angebot: Wahlkampfbilder für Lula seien abgelehnt worden, während vergleichbare Bilder für Bolsonaro hätten erstellt werden können. Flávio Bolsonaro, Sohn des früheren Präsidenten Jair Bolsonaro, tritt bei der Stichwahl am 25. Oktober gegen Lula an.
Richter Marco Aurélio Bellizze ordnete am 15. Oktober an, dass Meta beide Kandidaturen gleich behandeln müsse. Nach einem Bericht von Agência Brasil umfasst dies die Verbreitung von Beiträgen, Empfehlungen, Suchergebnisse und die Erzeugung von KI-Bildern. Der Beschluss stellt keinen abschließenden Nachweis einer gezielten Wahlmanipulation dar. Bei der beanstandeten KI-Panne sah der Richter in der vorläufigen Prüfung keine ausreichenden Anhaltspunkte für ein absichtliches oder systematisches Vorgehen.
Meta bestreitet politische Parteilichkeit und verweist auf technische Probleme. Am 20. Oktober teilte der Konzern dem Gericht laut AP mit, die angeordneten Maßnahmen umgesetzt zu haben. Dazu gehöre eine menschliche Überprüfung automatisch verhängter Beschränkungen für Werbekonten der Präsidentschaftskampagnen innerhalb von zwei Stunden. Das Gericht bestätigte den Eingang der Antwort.
