Wie der Iran den Amerikanern über Social Media mitteilt, wie teuer der Krieg für sie ist

Mit englischsprachigen Posts, Wirtschaftsdaten und Grafiken richtet sich die iranische Führung an ein amerikanisches Publikum – wenige Wochen vor den US-Zwischenwahlen.

Vertreter der Führung des Iran nutzen soziale Netzwerke und englischsprachige staatsnahe Medien, um die wirtschaftlichen Folgen des Krieges in den USA hervorzuheben. Besonders aktiv ist Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf. Er veröffentlicht Beiträge zu Inflation, Energiepreisen und anderen Belastungen der US-Wirtschaft.

Ghalibaf greift die US-Regierung direkt an

Ghalibaf verbreitete einen Bericht über eine Inflationsrate von 3,7 Prozent zusammen mit negativen Schlagzeilen zur US-Wirtschaft. Einen Beitrag richtete er direkt an US-Finanzminister Scott Bessent.

Dazu nutzt er zugespitzte Bilder. In einem Post zeigte er auf X eine „Road Runner“-Szene, in der eine Konstruktion auf Wile E. Coyote selbst zurückschlägt. In einem anderen Beitrag verwies er auf höhere Dieselpreise, schlechtere Wohnraum-Bezahlbarkeit und sinkendes Verbrauchervertrauen.

Hohe Energiepreise als Kernbotschaft

Al Jazeera nennt unter Berufung auf die American Automobile Association einen Dieselpreis von 6,33 Dollar je Gallone und einen Benzinpreis von 4,33 Dollar. Vor Beginn des Krieges am 28. Februar habe Benzin weniger als drei Dollar gekostet. Der Artikel führt den Anstieg auf Störungen des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus zurück.

Die höheren Energiepreise hätten auch die Inflation verstärkt. Die US-Notenbank habe deshalb zuletzt die Zinsen erhöht.

Revolutionsgarden richten sich an US-Bürger

Auch die iranischen Revolutionsgarden wandten sich direkt an die amerikanische Bevölkerung. In einem Schreiben vom 29. September warfen sie Trump vor, die Kosten des Krieges und die Lage der US-Wirtschaft falsch darzustellen. Sie behaupteten zudem, das Vertrauen in die US-Wirtschaft und die Nachfrage nach amerikanischen Staatsanleihen gingen zurück. Diese Aussagen werden im Artikel nicht unabhängig belegt.

Iran bringt seine Botschaften in den US-Wahlkampf ein

Die Kampagne fällt in die Schlussphase vor den Zwischenwahlen am 3. November. Nach Einschätzung des vom Artikel zitierten Experten Sina Toossi versucht Teheran vor allem, die politischen Kosten des Krieges für Trump zu erhöhen. Eine gezielte Unterstützung der Demokraten sei damit nicht zwingend verbunden.

Sollten die Demokraten den Kongress kontrollieren, könnten sie versuchen, die Finanzierung des Krieges zu begrenzen. Wie stark die iranischen Social-Media-Botschaften die US-Öffentlichkeit tatsächlich erreichen oder beeinflussen, bleibt offen.

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