Bessent enttäuscht, Staatsschulden werden weiter teurer

Das Vertrauen der Anleger in die US-Regierung sinkt weiter. Das reißt auch andere mit: Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg auf 3,44 Prozent und erreichte damit ein 15-Jahres-Hoch.

US-Finanzminister Scott Bessent spricht mit Reportern bei seiner Ankunft zum Treffen der G20-Finanzminister und Zentralbankgouverneure am 31. August 2026 in Asheville, North Carolina. (Foto: Allison Joyce / AFP)

Die Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen erreichten den höchsten Stand seit fast drei Jahren, nachdem Finanzminister Scott Bessents 6-Milliarden-Dollar-Rückkaufprogramm die Anleger auf dem weltweit wichtigsten Anleihemarkt enttäuscht hatte.

Die Renditen von US-Staatsanleihen stiegen nach der Ankündigung. Die Rendite der 10-jährigen Anleihe legte am selben Tag um 0,05 Prozentpunkte auf knapp unter 4,86 Prozent zu und erreichte damit den höchsten Stand seit Ende 2023. Die Renditebewegungen der 20- und 30-jährigen Anleihen bewegten sich im selben Rahmen.

Die Staatsanleihen der großen Euro-Länder haben am Mittwoch schwächer notiert. Steigende Ölpreise und die Erwartung einer Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank sorgten für Verkaufsdruck. Entsprechend zogen die Renditen deutlich an.

Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg um rund 7,6 Basispunkte auf 3,44 Prozent und erreichte damit ein 15-Jahres-Hoch. Französische OATs standen noch stärker unter Druck: Ihre Zehnjahresrendite kletterte um 10,9 Basispunkte auf 4,34 Prozent. Die Rendite italienischer BTPs erhöhte sich um 11 Basispunkte auf 4,29 Prozent, den höchsten Stand seit November 2023.

Bemerkenswert blieb damit die relative Schwäche französischer Papiere: Zehnjährige OATs rentierten am Ende sogar etwas höher als vergleichbare italienische Anleihen. Der Renditeabstand zwischen italienischen BTPs und Bundesanleihen weitete sich zugleich von 82 auf 85 Basispunkte aus.

Als Belastungsfaktor galt vor allem der Anstieg des Brent-Ölpreises auf rund 100 Dollar je Barrel, der neue Inflationssorgen schürte. Zudem rechneten die Märkte für Donnerstag fest mit einer Zinserhöhung der EZB um 25 Basispunkte.

Das US-Finanzministerium gab am Mittwoch bekannt, dass es im Rahmen der ersten Rückkaufaktion seit Bessents Ankündigung des erweiterten Programms im vergangenen Monat Staatsanleihen im Wert von sechs Milliarden Dollar erwerben werde, um den Anstieg der Kreditkosten einzudämmen.

Die neue Summe stellt eine Steigerung gegenüber dem Versprechen des Finanzministeriums dar, die Ankäufe langfristiger Anleihen „mindestens“ auf vier Milliarden Dollar zu verdoppeln und das bestehende Programm zur Stützung der Preise auf dem 32 Billionen Dollar schweren US-Staatsanleihenmarkt umzugestalten. Sie liegt jedoch unter den Schätzungen von 8 bis 10 Milliarden Dollar, die diese Woche von Wall-Street-Analysten veröffentlicht wurden.

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