Klimapolitik resigniert: Jetzt Anpassung an eine wärmere Welt

Eine Überschreitung der 1,5-Grad-Marke ist für unvermeidbar. Nun will die UN dafür sorgen, dass sich die Menschen auf die neue Lage besser einstellen.

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) hält eine Überschreitung der 1,5-Grad-Marke für unvermeidbar. Die Organisation fordert, den Temperaturanstieg möglichst niedrig und die Dauer der Überschreitung möglichst kurz zu halten. Gleichzeitig sollen sich Staaten stärker auf die Folgen der Erwärmung vorbereiten. Deutschland hat dafür bereits ein Klimaanpassungsgesetz und eine nationale Strategie mit konkreten Vorgaben.

UNEP rechnet mit Überschreitung von 1,5 Grad

Im Bericht „Limiting Overshoot“ schreibt UNEP, dass die bisherigen weltweiten Anstrengungen zur Senkung der Treibhausgasemissionen nicht schnell genug gewesen seien, um eine Überschreitung von 1,5 Grad zu verhindern. Der Emissions Gap Report 2026 beschreibt einen Weg, bei dem die Erwärmung zunächst über diese Marke steigt und bis zum Ende des Jahrhunderts wieder auf 1,5 Grad oder darunter sinken soll.

Der Adaptation Gap Report 2026 befasst sich nach Angaben von UNEP mit dem Stand der Anpassungsplanung, ihrer Finanzierung und Umsetzung. Außerdem soll er Hindernisse untersuchen, die zwischen Anpassungsplänen und ihrer praktischen Umsetzung liegen.

Deutschland hat Anpassung gesetzlich verankert

In Deutschland verpflichtet das Bundes-Klimaanpassungsgesetz die Bundesregierung zu einer vorsorgenden Anpassungsstrategie mit messbaren Zielen. Vorgesehen sind unter anderem Maßnahmen für Gebäude, Verkehr, Energieinfrastruktur, Landwirtschaft, Wälder, Gesundheit, Stadtentwicklung und Wasserwirtschaft. Die Strategie muss regelmäßig fortgeschrieben werden.

Die Deutsche Anpassungsstrategie wurde am 11. Dezember 2024 vom Bundeskabinett beschlossen. Sie enthält erstmals messbare Ziele für die Klimaanpassung in Deutschland.

Bäume, Trinkbrunnen und Schutz vor Hochwasser

Das Bundesumweltministerium nennt konkrete Beispiele: Kommunen können Bäume pflanzen, Sonnensegel aufstellen, Trinkbrunnen schaffen und kühle öffentliche Gebäude zugänglich machen. Unternehmen sollen ihre Lieferketten auf Wetterextreme vorbereiten. Für Niedrigwasser auf Flüssen wie dem Rhein nennt das Ministerium präzisere Vorhersagen und angepasste Transportkonzepte. Auen können renaturiert werden, damit sie bei Hochwasser mehr Wasser aufnehmen.

Die Bundesregierung nennt außerdem mehr kühlende Grünflächen und Sonnenschutz, ein verbessertes Wassermanagement sowie Maßnahmen an Flüssen und Mooren, damit diese bei Hochwasser mehr Wasser aufnehmen können.

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