Laut dem aktuellen FAO-Bericht „The State of the World’s Forests 2026“ sind weltweit mehr als 460 Millionen Hektar Wald degradiert. Insgesamt gelten rund 1,56 Milliarden Hektar Land als geschädigt. Zwischen 1990 und 2025 gingen schätzungsweise 489 Millionen Hektar Wald durch Entwaldung verloren.
Klimawandel und Landnutzung erhöhen den Druck
Als Ursachen der Walddegradation nennt die FAO Klimawandel, Landnutzungsänderungen, Bevölkerungswachstum, Urbanisierung, Infrastrukturentwicklung und den steigenden Bedarf an natürlichen Ressourcen und Energie. Hinzu kommen Waldbrände, Schädlinge und Krankheiten. Jährlich werden rund 127 Millionen Hektar Wald durch Feuer beeinträchtigt.
Wälder speichern Kohlenstoff, regulieren den Wasserhaushalt, schützen Böden und bieten Lebensraum für zahlreiche Arten. Fast ein Drittel der Weltbevölkerung ist für Ernährung und Lebensunterhalt zumindest teilweise auf Wälder und Bäume angewiesen.
Europa unter Druck
Auch in Europa belasten intensive Landnutzung, Umweltverschmutzung und Klimawandel Wälder und andere Ökosysteme. 81 Prozent der geschützten Lebensraumtypen, 39 Prozent der geschützten Vogelarten und 63 Prozent anderer geschützter Arten weisen keinen günstigen Zustand auf.
Zu den Maßnahmen zur Wiederherstellung geschädigter Landschaften zählen natürliche Regeneration, die Wiederherstellung des Wasserhaushalts, Agroforstwirtschaft und standortangepasste Waldbewirtschaftung.
Deutschlands Wälder deutlich geschädigt
In Deutschland weisen nach der Waldzustandserhebung 2025 nur 21 Prozent der untersuchten Bäume keine Kronenverlichtung auf. 44 Prozent befinden sich in der Warnstufe, bei 35 Prozent wurde eine deutliche Kronenverlichtung festgestellt.
Bei der Eiche lag der Anteil mit deutlicher Kronenverlichtung 2025 bei rund 51 Prozent. Bei Fichte und Buche waren es jeweils 38 Prozent. Bei beiden Baumarten verbesserten sich die Werte gegenüber dem Vorjahr etwas, während sich die Situation bei der Kiefer verschlechterte.
Als Ursachen für Kronenschäden gelten unter anderem Trockenperioden, Schädlings- und Krankheitsbefall, Schadstoffeinträge und das Alter der Bäume. Der Klimawandel kann diese Belastungen verstärken.
Wiederherstellung bis 2030
Nach Einschätzung der FAO müssen weltweit mindestens 470 Millionen Hektar Land wiederhergestellt werden, um die internationalen Ziele für 2030 zu erreichen.
91 Staaten haben zugesagt, rund 190 Millionen Hektar degradierter Wälder wiederherzustellen. Rund 206,5 Millionen Hektar Wald- und Landschaftsflächen in 62 Ländern befinden sich bereits in entsprechenden Maßnahmen.
Die Wiederherstellung von Wäldern soll zugleich zum Schutz der Artenvielfalt, zum Klimaschutz, zum Bodenschutz und zur Ernährungssicherheit beitragen.
