Türkei will erneuerbare Energien, aber auch Kohle

Die Türkei will Wind- und Solarenergie massiv ausbauen, hält aber an der Kohle fest. Kurz vor Beginn der Weltklimakonferenz COP31 in Antalya dürfte das für Diskussionen sorgen.

Industrielle Abwärme (MonikaP from Pixabay)

Nach Angaben von Energieminister Alparslan Bayraktar soll die installierte Leistung von Wind- und Solaranlagen in der Türkei laut dem neuen Energieplan bis 2040 auf 175 Gigawatt steigen. Der Anteil erneuerbarer Energien an der gesamten installierten Stromerzeugungskapazität soll von derzeit rund 63 auf 77 Prozent wachsen, wie AP berichtet.

Kohle bleibt Teil der Energieversorgung

Einen Ausstieg aus der Kohle kündigte die Regierung nicht an. Kohle lieferte zuletzt rund ein Drittel des türkischen Stroms. Bayraktar erklärte, das Land brauche sie weiter für die Versorgungssicherheit und wegen der Arbeitsplätze. „Warum brauchen wir Kohle? Für die Versorgungssicherheit“, sagte er laut AFP. Ein möglicher Kohleausstieg hänge auch davon ab, ob die Türkei bis 2040 ausreichend Atomkraftkapazität aufbauen könne.

Der neue Energieplan sieht Investitionen von rund 500 Milliarden Dollar bis 2040 vor. Die Regierung nennt für dieses Jahr eine Emissionsminderung von 40 Prozent. Auch die Öl- und Gasproduktion sowie die Atomkraft sollen ausgebaut werden.

Brasilien will Aussteig

Die brasilianische COP30-Präsidentschaft hat dagegen wenige Tage vor der COP31 einen internationalen Fahrplan für den schrittweisen Abschied von fossilen Energien vorgelegt. Er enthält Empfehlungen, mit denen Staaten ihre Abhängigkeit von Kohle, Öl und Gas entsprechend ihren jeweiligen Voraussetzungen verringern können. Die COP31 beginnt am 9. November in Antalya.

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