Midterms: Eine Trump-Schlappe ist alles andere als gewiss

Die Demokraten liegen in den Umfragen vorn, doch weder das Repräsentantenhaus noch der Senat sind entschieden. Unklar ist, ob die US-Amerikaner wegen des Iran-Kriegs und der hohen Preise Trump abstrafen werden.

US-Präsident Donald Trump trifft am 30. Oktober 2026 im Ocean Center in Daytona Beach, Florida, zu einer Wahlkampfveranstaltung im Vorfeld der Zwischenwahlen ein. (Foto: Brendan SMIALOWSKI / AFP)
US-Präsident Donald Trump trifft am 30. Oktober 2026 im Ocean Center in Daytona Beach, Florida, zu einer Wahlkampfveranstaltung im Vorfeld der Zwischenwahlen ein. (Foto: Brendan SMIALOWSKI / AFP)

Wenige Tage vor den US-amerikanischen Zwischenwahlen müssen die Republikaner noch einmal alles geben. Die Demokraten führen in den landesweiten Kongressumfragen. Im Repräsentantenhaus sehen die großen Wahlprognosen gute Chancen auf einen Machtwechsel. Im Senat ist die Lage enger.

Trump selbst macht die Wahl zu einer Abstimmung über seine Präsidentschaft. „Schließt einfach die Augen und tut so, als stünde ich auf dem Wahlzettel“, sagt er nach Angaben der AP seinen Anhängern. Seine politischen Gruppen haben seit Anfang September mindestens 277 Millionen Dollar ausgegeben, um republikanische Kandidaten zu unterstützen.

Anfang September hatte der Cook Political Report einen Verlust von 26 bis 35 republikanischen Sitzen im Repräsentantenhaus und vier oder fünf Sitzen im Senat als wahrscheinlichstes Szenario bezeichnet. Das hätte die Republikaner beide Kammern gekostet.

Die politische Stimmung bleibt für Trumps Partei schwierig. Im Durchschnitt der jüngsten landesweiten Kongressumfragen liegen die Demokraten bei RealClearPolling gut acht Prozentpunkte vor den Republikanern.

Repräsentantenhaus: Vorteile für die Demokraten

Der Cook Political Report rechnet derzeit mit 12 bis 25 zusätzlichen Sitzen für die Demokraten. Das würde für einen Mehrheitswechsel reichen.

Auch die Prediction Markets spiegeln diesen Trend. Bei Kalshi liegt der Markt für eine demokratische Mehrheit bei rund 92 Prozent, bei Polymarket bei etwa 94 Prozent.

Im Senat benötigen die Demokraten netto vier zusätzliche Sitze. Cook führt derzeit sieben Rennen als völlig offen, darunter Alaska, Iowa, Kansas, Maine, Michigan, Ohio und Texas. Bei Kalshi wird eine demokratische Mehrheit derzeit mit rund 70 Prozent gehandelt.

Iran-Krieg und Inflation

Der Iran-Krieg spielt im Wahlkampf vor allem über die Lebenshaltungskosten eine Rolle. Die Demokraten verbinden ihn direkt mit Benzinpreisen, Lebensmitteln und Energie. Die iranische Führung hatte sich sogar mit einer eigenen Social-Media-Kampagne direkt an die Amerikaner gewandt.

In Wisconsin wirft ein demokratischer Werbespot dem republikanischen Abgeordneten Derrick Van Orden vor, für den „teuren Iran-Krieg“ gestimmt zu haben und damit steigende Benzinpreise mitzuverantworten. In Nebraska sagt der Demokrat Chris Backemeyer, die Politik seines republikanischen Gegners Mike Flood bei Zöllen und Iran habe Lebensmittel, Benzin, Autos und Medikamente verteuert. In Iowa greift eine demokratennahe Veteranengruppe die republikanische Senatskandidatin Ashley Hinson mit dem Vorwurf an, ihre Unterstützung für den Krieg habe zu Rekordpreisen für Benzin und Dünger beigetragen. Die AP fand diese Verbindung in fast allen untersuchten Spots: Von 65 Iran-Wahlspots stellten 61 steigende Alltagskosten in den Mittelpunkt.

Das trifft Trump bei einem Thema, bei dem seine Werte schwach sind. Nur 17 Prozent der Erwachsenen billigten in einer Ende September erhobenen AP-NORC-Umfrage seinen Umgang mit den Lebenshaltungskosten, wie die AP berichtete.

Alaska zeigt die Nervosität im Senatsrennen

In Alaska fordert die Demokratin Mary Peltola den republikanischen Senator Dan Sullivan heraus. Auf dem Wahlzettel steht zugleich ein zweiter Mann mit fast demselben Namen: der pensionierte Lehrer Dan J. Sullivan.

Bundesstaats- und Bundesbehörden untersuchen den Verdacht, dass dessen Kandidatur Wähler verwirren sollte. Die New York Times hatte zuvor über Hinweise berichtet, wonach Personen aus Peltolas Wahlkampfumfeld an der Rekrutierung des zweiten Sullivan beteiligt gewesen sein könnten. Peltola bestreitet, davon gewusst zu haben. Dan J. Sullivan weist zurück, im Auftrag der Demokraten kandidiert zu haben. Die Bundesstaatsanwaltschaft ermittelt.

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