Katar will der Energieversorgung Chinas Priorität einräumen

Katar orientiert sich in der aktuellen Krise nach China.

Dieses vom katarischen Außenministerium am 7. September 2026 veröffentlichte Foto zeigt den katarischen Premierminister und Außenminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman bin Jassim Al-Thani (links) mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Li Qiang vor ihrem Treffen in Peking. (Foto: Katarisches Außenministerium / AFP) /

China und Katar wollen ihre Zusammenarbeit bei Energie, Investitionen und Technologie ausbauen. Bei Gesprächen des katarischen Ministerpräsidenten und Außenministers Mohammed bin Abdulrahman Al-Thani in Peking ging es zudem um die Lage am Persischen Golf und die Sicherheit der Straße von Hormus.

Al-Thani traf zunächst den chinesischen Ministerpräsidenten Li Qiang. Laut dem katarischen Außenministerium standen dabei Wirtschaft, Investitionen, Handel, Energie und Technologie im Mittelpunkt. Katar wolle die Beziehungen zu China weiter vertiefen.

Bei einem anschließenden Treffen mit Außenminister Wang Yi bezeichnete Al-Thani China laut chinesischem Außenministerium als Katars größten Handels- und Energiepartner. Katar wolle trotz der angespannten Lage in der Region der Energieversorgung Chinas Priorität einräumen. Wang sprach sich für einen Ausbau der Zusammenarbeit bei traditionellen und erneuerbaren Energien sowie bei Investitionen und Hochtechnologie aus.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Straße von Hormus. Laut dem katarischen Außenministerium wollen beide Seiten die Sicherheit und Freiheit der internationalen Schifffahrt gewährleisten. Katar unterstützt demnach diplomatische Bemühungen um eine Lösung, die die freie Passage durch die Meerenge sichert und zugleich den Weg für eine umfassendere politische Vereinbarung im Nahen Osten öffnet.

China verwies dabei besonders auf die wirtschaftlichen Folgen der Spannungen. Die Lage am Golf beeinträchtige laut Wang Yi bereits Energieversorgung, Schifffahrt und internationale Lieferketten. Militärischer Druck sei keine Lösung, sagte Wang nach Angaben des chinesischen Außenministeriums. Stattdessen müssten die Konfliktparteien über Verhandlungen zu einer politischen Lösung kommen. Souveränität und Sicherheitsinteressen der Staaten in der Region müssten dabei berücksichtigt werden.

Katar erklärte laut chinesischem Außenministerium, gemeinsam mit Peking an der Sicherheit der globalen Energierouten arbeiten zu wollen. Beide Seiten wollen ihre diplomatische Abstimmung verstärken und unterstützen langfristig eine regionale Sicherheitsordnung, bei der die Staaten des Nahen Ostens stärker selbst über ihre Sicherheitsfragen entscheiden.

Für China ist die freie Passage durch Hormus auch wegen seiner Energieimporte von Bedeutung. Für Katar steht neben der Sicherheit des eigenen Energieexports die Wiederaufnahme diplomatischer Verhandlungen in der Region im Vordergrund. Das katarische Außenministerium warnte am Dienstag davor, einen dauerhaften Zustand von „weder Krieg noch Frieden“ hinzunehmen, der Handel, Investitionen und Lieferketten belaste.

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