Deutschland hofft auf U-Boot-Deal mit Indien

Deutschland und Indien wollen gemeinsam sechs neue U-Boote für die indische Marine bauen. Es fehlen aber noch wichtige Genehmigungen aus Indien.

Illustration: World News Monitor (mit Hilfe von KI erstellt)
Illustration: World News Monitor (mit Hilfe von KI erstellt)

Deutschland und Indien stehen möglicherweise vor dem Abschluss eines milliardenschweren Rüstungsabkommens über sechs neue U-Boote für die indische Marine. Auf deutscher Seite seien die notwendigen Dokumente bereits abgestimmt, sagte der deutsche Botschafter in Indien, Jasper Wieck, am Mittwoch in Neu Delhi, laut AFP. Nun müsse Indien seine internen Genehmigungsverfahren abschließen.

Von deutscher Seite könne die Vereinbarung praktisch jederzeit unterzeichnet werden, sagte Wieck. Auch indische Medien berichten, dass die Verhandlungen weit fortgeschritten sind. Laut dem Business Standard wird das Volumen des geplanten Geschäfts auf rund acht Milliarden Dollar geschätzt. Dem New Indian Express zufolge steht auf indischer Seite unter anderem noch eine Prüfung des vorgesehenen Technologietransfers aus.

Im Rahmen des indischen Beschaffungsprogramms Project 75(I) sollen der deutsche Marineschiffbauer Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) und die staatliche indische Werft Mazagon Dock Shipbuilders Limited (MDL) sechs konventionell angetriebene U-Boote bauen. Die Fertigung soll größtenteils in Indien erfolgen und mit einem umfangreichen Technologietransfer verbunden sein. Bereits 2025 hatten TKMS und MDL offizielle Vertragsverhandlungen mit der indischen Beschaffungsbehörde aufgenommen.

Ein zentraler Bestandteil des Programms ist ein außenluftunabhängiges Antriebssystem, das konventionellen U-Booten längere Tauchzeiten ermöglicht. Das indische Verteidigungsministerium hatte Project 75(I) ursprünglich für sechs entsprechend ausgerüstete U-Boote ausgeschrieben. Das Programm ist zugleich Teil der indischen Strategie, einen größeren Anteil seiner Rüstungsgüter im eigenen Land zu produzieren.

Mit den neuen Booten will Indien seine U-Boot-Flotte modernisieren. Das Land gehört seit Jahren zu den weltweit bedeutenden Importeuren von Rüstungsgütern, versucht zugleich aber, durch Programme zur heimischen Produktion und durch Technologietransfer seine Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten zu verringern.

Für TKMS wäre eine Einigung mit Indien ein weiterer großer Erfolg im internationalen U-Boot-Geschäft. Im Juli wählte Kanada das Kieler Unternehmen als bevorzugten Anbieter für die Erneuerung seiner U-Boot-Flotte aus. Geplant ist die Beschaffung von bis zu zwölf Booten des Typs 212CD. Ein endgültiger Vertrag ist allerdings noch nicht geschlossen; Kanada und TKMS befinden sich in Verhandlungen, die spätestens bis Ende 2027 abgeschlossen werden sollen.

About WNM Redaktion 543 Articles
Die Artikel des World News Monitor (WNM) werden von Redakteuren recherchiert und geschrieben. Die Technologie von NewsTech hilft beim Auffinden von Themen und bei der Vertiefung der Recherche. Vor jeder Veröffentlichung erfolgt eine finale Qualitätskontrolle durch einen Redakteur.