Die Ost-West-Pipeline, die für die ganze Welt von Bedeutung ist

Saudi-Arabien muss schnellstens versuchen, die Ost-West-Pipeline zu reparieren. Sonnte könnte die Weltwirtschaft in Schwierigkeiten geraten.

Die Ost-West-Pipeline in Saudi-Arabien. (Grafik mit Hilfe von KI erstellt)
Die Ost-West-Pipeline in Saudi-Arabien. (Grafik mit Hilfe von KI erstellt)

Saudi-Arabien hat nach einem Drohnenangriff seine Ost-West-Pipeline stillgelegt. Die rund 1.200 Kilometer lange Leitung verbindet die Ölfelder im Osten des Landes mit dem Hafen Yanbu am Roten Meer. Damit kann Saudi-Arabien Öl exportieren, ohne die Straße von Hormus zu passieren. Wie Al Jazeera berichtet, hat diese Route seit Beginn des Krieges stark an Bedeutung gewonnen.

Die Pipeline kann bis zu sieben Millionen Barrel Rohöl pro Tag transportieren. In den ersten fünf Monaten des Krieges flossen zeitweise vier bis fünf Millionen Barrel täglich nach Westen. Im August lag der Durchsatz laut Kpler bei rund zwei Millionen Barrel pro Tag.

Gleichzeitig ist der Öltransport durch die Straße von Hormus stark zurückgegangen. Vor dem Krieg passierten dort etwa 20 Millionen Barrel am Tag, inzwischen sind es nach Branchenschätzungen nur noch sechs bis neun Millionen. Die Ost-West-Pipeline ist damit eine der wichtigsten Ausweichrouten für saudisches Öl.

Besonders wichtig sind die Lieferungen für asiatische Abnehmer. Einer von Al Jazeera veröffentlichten Grafik auf Basis von Daten der US Energy Information Administration und des Observatory of Economic Complexity zufolge gehen 22 Prozent der saudischen Ölexporte nach China, 14 Prozent nach Südkorea, 13 Prozent nach Japan und zehn Prozent nach Indien. Die USA kommen auf fünf Prozent, Polen auf vier und Italien auf zwei Prozent.

Wie groß die Folgen des Ausfalls werden, hängt von der Reparaturdauer ab. In Yanbu reichen die vorhandenen Ölvorräte für etwa fünf bis sieben Tage. Weitere saudische Bestände in Ägypten können einige zusätzliche Tage überbrücken.

Kann die Leitung schnell wieder anlaufen, lassen sich die Exporte zunächst aus diesen Lagern bedienen. Bleibt sie länger geschlossen, fehlt der Nachschub aus den östlichen Fördergebieten. Saudi-Arabien müsste dann weniger Öl über Yanbu ausführen oder wieder größere Mengen durch die bereits eingeschränkte Straße von Hormus schicken.

Wie lange dauert Reparatur?

Saudi-Arabien müsse die Pipeline innerhalb weniger Tage zumindest teilweise wieder in Betrieb nehmen, um größere Lieferausfälle zu vermeiden, berichtete Reuters unter Berufung auf Ölkäufer und Händler. Die Schätzungen zur Reparaturdauer reichen von einem früheren Teilbetrieb bis zu fünf oder sechs Wochen. Bei einem längeren Stillstand könnten bis zu vier Millionen Barrel pro Tag beziehungsweise rund vier Prozent des weltweiten Angebots betroffen sein.

Auch die Route über das Rote Meer bleibt unsicher. Angriffe in der Region und die Lage an der Meerenge Bab al-Mandab erschweren den Schiffsverkehr. Fällt die Ost-West-Pipeline mehrere Wochen aus, wäre damit auch Saudi-Arabiens wichtigste Alternative zur Route durch den Persischen Golf stark eingeschränkt.

Gavekal Research sagte laut Reuters, dass ein Ausfall der Raffinerie Yanbu, die mehr als eine Million Barrel pro Tag verarbeitet, aufgrund von Bedrohungen durch Houthi-Drohnen „eine Katastrophe für die Welt wäre, und zwar zu einem Zeitpunkt, an dem die globalen Raffineriekapazitäten bereits jetzt kritisch knapp sind“.

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