Die Renditen von Staatsanleihen sind zum Wochenauftakt deutlich gefallen. Ausschlaggebend war vor allem der Rückgang der Ölpreise. Brent und WTI verloren zeitweise rund zwei bis drei Prozent. Die Aussicht auf mögliche diplomatische Fortschritte im Iran-Konflikt sowie eine teilweise Erholung der saudischen Öllieferungen reduzierten die zuletzt hohe Risikoprämie am Energiemarkt.
Die Ergebnisse der Landtagswahlen in Deutschland hatten dagegen kaum Auswirkungen auf den Anleihemarkt. Trotz der deutlichen Verluste der CDU und der Zugewinne von AfD und Linken reagierten Bundesanleihen nur gering auf die politischen Entwicklungen. Im Mittelpunkt standen stattdessen die niedrigeren Energiepreise und die damit verbundenen etwas geringeren Inflationssorgen.
Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel um rund sechs Basispunkte auf 3,46 Prozent. Französische Zehnjährige gaben um rund neun Basispunkte auf 4,47 Prozent nach. Die Rendite italienischer Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit sank um knapp zehn Basispunkte auf 4,34 Prozent, die spanische Rendite um gut acht Basispunkte auf 3,91 Prozent.
Auch in den USA gingen die Renditen zurück. Die zehnjährige US-Treasury rentierte zuletzt bei rund 4,96 Prozent und damit etwa vier Basispunkte niedriger.
Bundeskanzler Friedrich Merz sagte am Montag laut Bloomberg auf die Frage nach den Auswirkungen der politischen Turbulenzen auf Deutschlands Partner und Investoren sagte Friedrich Merz , das Thema beschäftige ihn bereits seit Wochen. „Viele Investoren fragen mich, was in Deutschland los ist“, sagte Merz.
Merz steht zwar unter Druck, weil die CDU in Mecklenburg-Vorpommern aus einem Landtag geflogen ist. Doch die Märkte scheinen davon auszugehen, dass Merz im Amt bleibt. Der Kanzler hatte am Sonntag nach der Wahl zwar von einem „Desaster“ gesprochen, jedoch angekündigt, im Amt blieben zu wollen. Am Montag scheint ihm die Parteiführung das Vertrauen ausgesprochen zu haben.
