Reeder warnen: Transportwege nach Europa in Gefahr

Handelsschiffe und ihre Besatzungen dürfen nicht zur Geisel geopolitischer Konflikte werden, so der Handelsschiffe und ihre Besatzungen dürfen nicht zur Geisel geopolitischer Konflikte werden, so der Verband der deutschen Reeder.

Ein Schiff durchfährt am 5. September 2026 die Straße von Hormus vor der Küste der Hafenstadt Bandar Abbas im Süden Irans. Die USA gaben bekannt, am 5. September drei iranische Öltanker als Reaktion auf versuchte Raketenangriffe auf Marineschiffe angegriffen und zerstört zu haben. Dies war der jüngste Schusswechsel seit dem Wiederaufflammen der Feindseligkeiten zwischen den beiden Konfliktparteien. Die neuen Auseinandersetzungen, die mit US-Angriffen in der vergangenen Woche begannen, ereignen sich in einer festgefahrenen Situation im sechsmonatigen Krieg, in dem Iran die Straße von Hormus weiterhin kontrolliert und Washington seine Gegenblockade iranischer Häfen fortsetzt. (Foto: Atta KENARE / AFP)
Ein Schiff durchfährt am 5. September 2026 die Straße von Hormus vor der Küste der Hafenstadt Bandar Abbas im Süden Irans. Die USA gaben bekannt, am 5. September drei iranische Öltanker als Reaktion auf versuchte Raketenangriffe auf Marineschiffe angegriffen und zerstört zu haben. Dies war der jüngste Schusswechsel seit dem Wiederaufflammen der Feindseligkeiten zwischen den beiden Konfliktparteien. Die neuen Auseinandersetzungen, die mit US-Angriffen in der vergangenen Woche begannen, ereignen sich in einer festgefahrenen Situation im sechsmonatigen Krieg, in dem Iran die Straße von Hormus weiterhin kontrolliert und Washington seine Gegenblockade iranischer Häfen fortsetzt. (Foto: Atta KENARE / AFP)

Der Verband Deutscher Reeder (VDR) ist besorgt über die Entwicklung am Roten Meer. Für die Schifffahrt im verschärfe sich die Sicherheitslage erneut. Mit der Einnahme der Insel Mayyun durch die mit dem Iran verbündeten Huthi wachse die Bedrohung am strategisch wichtigen Bab al-Mandab erheblich, teilte der Verband am Freitag mit. Für Schiffe, die die Meerenge weiterhin passieren, steige das Risiko. Für Reedereien, die das Gebiet derzeit umfahren, rücke eine Rückkehr auf die direkte Route durch das Rote Meer in noch weitere Ferne.

Über das Rote Meer und den Suezkanal verläuft die kürzeste Seeverbindung zwischen Asien und Europa. Transportiert werden dort nicht nur Öl und andere Energieträger, sondern auch Elektronik, Maschinen und Bauteile, Lebensmittel, Kleidung sowie Medikamente und pharmazeutische Vorprodukte. „Die Sicherheit dieses Seewegs ist für die Versorgung Deutschlands und Europas von enormer Bedeutung“, erklärt VDR-Hauptgeschäftsführer Martin Kröger.

Die Huthi hätten ihren Drohungen gegen Handelsschiffe bereits mehrfach Taten folgen lassen. Viele Reedereien meiden die Region deshalb und nehmen den deutlich längeren Umweg um das Kap der Guten Hoffnung in Kauf. Dadurch könnten sich die Fahrtzeiten um bis zu zwei Wochen verlängern – verbunden mit höheren Kosten, zusätzlichem Treibstoffverbrauch und mehr CO₂-Emissionen.

Derr Verband: „Nachdem der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus bereits nahezu zum Erliegen gekommen ist, droht nun auch an einem für Europa besonders wichtigen Nadelöhr eine weitere Eskalation.“ Störungen am Bab al-Mandab könnten „Lieferungen verzögern, wichtige Waren und Vorprodukte verknappen und die Preise erhöhen“.

„Die Freiheit der Seeschifffahrt ist nicht verhandelbar: Wer den Bab al-Mandab bedroht, greift eine Lebensader des Welthandels an“, so Kröger. Handelsschiffe und ihre Besatzungen dürfen nicht zur Geisel geopolitischer Konflikte werden.

Die überraschende Einnahme der Stadt Mokha hat international die Sorge ausgelöst, dass es zu Beeinträchtigungen des Handels, der Telekommunikation und der Finanzkommunikation kommen könnte (ausführliche Analyse hier).

Die von den Huthi geführten Streitkräfte Jemens gaben bekannt, eine großangelegte Militäroperation gegen die von Saudi-Arabien unterstützten Mobilisierungskräfte an der Westküste des Landes gestartet zu haben. Sie behaupteten, Gebiete in sechs Distrikten erobert und schwere Verluste verursacht zu haben.

In einer Erklärung, die Militärsprecher Brigadegeneral Yahya Saree auf X veröffentlichte, teilten die Streitkräfte mit, die Operation, die ursprünglich am 3. September begonnen hatte, habe darauf abgezielt, die mit Saudi-Arabien verbündeten Kräfte aus Gebieten der Provinzen Taiz und Hodeida zu vertreiben und die jahrelange Belagerung und Aggression gegen Jemen zu beenden.

Laut der Erklärung führte die Operation zur Vertreibung der von Saudi-Arabien unterstützten Kräfte aus sechs Distrikten mit einer Gesamtfläche von 5.400 Quadratkilometern und zum Angriff auf sieben von 38 Brigaden. Hunderte Soldaten wurden getötet, gefangen genommen oder verwundet. Weiterhin behaupteten die Streitkräfte, jemenitische Gefangene, die von den mit Saudi-Arabien verbündeten Kräften festgehalten wurden, befreit und 32 Luftverteidigungsoperationen durchgeführt zu haben, darunter den Abschuss von neun Flugzeugen.

Die Erklärung besagte, die Schifffahrt sei für alle Unternehmen außer saudischen Schiffen weiterhin sicher, für die ein Verbot gelte. Weiterhin wurde bekräftigt, dass die Streitkräfte die Strategie der „Belagerung mit Belagerung und Eskalation mit Eskalation“ fortsetzen würden, bis die Aggression aufhöre und die Belagerung des Jemen aufgehoben sei.

Saudi-Arabien habe am Freitag zwei Luftangriffe auf den internationalen Flughafen Mokha im südwestlichen Gouvernement Taiz im Jemen durchgeführt, berichtete die von der jemenitischen Rebellenbewegung Ansar Allah kontrollierte Nachrichtenagentur Saba.


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