Die Zinsen für 30-jährige US-Hypotheken haben erstmals seit fast zwei Jahren die 7-Prozent-Marke überschritten. Der durchschnittliche Satz stieg in der Woche zum 24. September auf 7,03 Prozent, nach 6,95 Prozent in der Vorwoche, wie Daten von Freddie Mac zeigen. Auch 15-jährige Festhypotheken verteuerten sich von 6,26 auf 6,42 Prozent.
Der sprunghafte Anstieg wurde durch höhere Renditen von US-Staatsanleihen und steigende globale Ölpreise angeheizt. Hintergrund sind Inflationssorgen und anhaltende Lieferengpässe bei Rohöl infolge des von Donald Trump geführten Krieges im Iran. Auch die US-Notenbank Federal Reserve reagierte auf den Preisdruck und erhöhte am 16. September ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent.
Die höheren Finanzierungskosten treffen auf einen angespannten Immobilienmarkt. Viele Hausbesitzer haben ihre Kredite zu deutlich niedrigeren Zinssätzen abgeschlossen und vermeiden deshalb einen Verkauf, der mit einer deutlich teureren Finanzierung verbunden wäre.
Steigende Kreditkosten verschärfen damit die Sorgen um die Bezahlbarkeit von Wohnraum und könnten das Gefühl vieler Amerikaner verstärken, sich das Leben nicht mehr leisten zu können. Das Thema gewinnt wenige Wochen vor den landesweiten Zwischenwahlen im November zusätzlich an Gewicht. Die Republikaner kämpfen dabei um den Erhalt ihrer Kontrolle über Repräsentantenhaus und Senat.
