Ein Export-Stopp für Diesel könnte Deutschland in eine schwierige Lage bringen. Deutschland importierte im vergangenen Monat laut Kpler 30.000 Barrel Diesel aus den USA. In diesem Jahr machen US-Importe bisher rund 18 Proeznt der deutschen Importe aus, so der Branchenverband en2x.
Die US-Regierung bereitet offenbar ein 90-tägiges Exportverbot für Diesel vor. Dieser Schritt würde eine riesige Lücke in Europas Versorgung mit dem Kraftstoff reißen, der im Schwerlastverkehr und in der Industrie verwendet wird. Präsident Donald Trump hatte einen Export-Stopp ins Gespräch gebracht. Energieminister Chris Wright lehnt das Verbot ab.
Laut Kpler lieferten die USA im vergangenen Monat 420.000 Barrel Diesel an EU-Mitgliedstaaten und Großbritannien und deckten damit mehr als die Hälfte der gesamten Importe dieses Monats ab. Europas Abhängigkeit von US-Diesel hat in den letzten Monaten zugenommen, nachdem die Schließung der Straße von Hormus die Importe aus Katar, Kuwait, Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten stark zurückgehen ließ.
„Angesichts der prekären Lage Europas könnten weitere Beschränkungen der Kraftstoffversorgung der EU in dieser Phase schnell sehr gravierende Folgen haben“, sagte ein Branchenkenner dem Magazin Politico: „Insbesondere die Dieselvorräte stehen unter Druck, und die EU ist zunehmend auf Lieferungen aus den USA angewiesen, nachdem sie sich zunächst von Russland und dann vom Nahen Osten diversifizieren musste. Darüber hinaus stehen Europa derzeit nur wenige, begrenzte und leicht verfügbare Alternativen zur Verfügung.“
