Corona führt zu einer Plastik-Pandemie

| 25. Juni 2020, 6:00
Einweghandschuhe (Alexas_Fotos from Pixabay)

LONDON, 24. Juni (WNM/Economist) – Die Erde wird derzeit von Plastik überschwemmt. Daten sind schwer zu ermitteln, aber zum Beispiel sei der Verbrauch von Einwegkunststoffen in den USA seit dem Beginn der Corona-Pandemie um 250-300 Prozent gestiegen, sagt Antonis Mavropoulos von der International Solid Waste Association (ISWA) zum Economist. 

Ein Großteil dieses Anstiegs ist auf die Nachfrage nach Produkten wie Einwegmasken, Schutzvisieren und Handschuhen zurück zu führen. 

Laut einer Prognose von Grand View Research wird der weltweite Markt für Einwegmasken von geschätzten 800 Millionen US-Dollar im Jahr 2019 auf 166 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020 wachsen. 

Die globalen Lockdowns haben aber auch zu einem E-Commerce-Boom geführt. Im März dieses Jahres haben rund 2,5 Milliarden Kunden die Amazon-Webseiten besucht – das ist eine Steigerung von 65 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 

In China wurden im ersten Quartal des Jahres mehr als 25 Prozent der physischen Güter online gekauft, sagt das Peterson Institute for International Economics. 

Vieles, was online gekauft wird, ist in Plastik verpackt. Waren werden häufig in Kunststoff verpackt, der mehrere Schichten umfasst. Das schützt den Inhalt in Flugzeugladeräumen und auf Lieferwagen. Es macht es aber auch fast unmöglich, den Kunststoff zu recyceln. 

Gleichzeitig haben die zuhause eingesperrten Menschen in Rekordzahlen Hauslieferungen bei Restaurants bestellt. So stieg der Umsatz im ersten Quartal bei Uber Eats, einer der größten amerikanischen Apps für die Zustellung von Restaurants, gegenüber dem Vorjahr um 54 Prozent. Jede zusätzliche Portion bedeutet mehr Plastikmüll.