Öltanker im Krieg gefährden Öko-System im Persischen Golf

Die Tanker im Golf von Hormus und der Krieg bringen Gefahren für das maritime Ökosystem des Persischen Golf. Aktuelles Beispiel ist die Caroline Bezengi.

Dieses Bild aus Luftaufnahmen, veröffentlicht von Oman TV am 14. August 2026, zeigt ein Ölleck des russischen Tankers „Caroline Bezengi“, der in der Nähe der Insel al-Qibliyah vor der Südküste Omans auf Grund lief. (Foto: OMAN TV / AFP)

Eien Ölpest gefährdet das maritime Ökosystem an der südöstlichen Küste Omans.

„Die neuesten Ergebnisse vor Ort zeigen, dass sich der verschmutzte Strandabschnitt im Gebiet von Ras Madrakah über rund 12 Kilometer erstreckt“, so die Behörde am Samstag.

Die Behörde erklärte, die Überwachungsergebnisse hätten bisher bestätigt, dass „keine Auswirkungen der Ölverschmutzung die Küste der Insel Masirah erreicht haben“, deren südlicher Teil im potenziell gefährdeten Gebiet liegt.

Bezüglich des Ölteppichs vor der Küste teilte die Behörde mit, Überwachungsdaten und aktualisierte Modelle deuteten darauf hin, dass er sich „weiterhin entlang seiner beobachteten Bahn im offenen Meer südöstlich von Masirah in Richtung Hochsee bewegt“.

Die Bewegung des Ölteppichs werde angesichts der sich ändernden See- und Wetterbedingungen weiterhin überwacht.

Am Mittwoch teilte die Umweltbehörde mit, dass aus einem nahe der Insel Al-Qibliya auf Grund gelaufenen Tanker auslaufendes Öl einige Strände in der südöstlichen Region Ras Madrakah im Oman verschmutzt habe.

Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) sagte der Nachrichtenagentur Anadolu, dass das aus dem havarierten Tanker auslaufende Öl bereits das omanische Festland erreicht habe.

Der Rohöltanker „Caroline Bezengi“ lief am 30. Juni vor der Küste Omans auf Grund und hatte laut IMO zu diesem Zeitpunkt rund 130.000 Tonnen Öl geladen.

Der Tanker soll laut Al Jazeera zur sogenannten russischen „Schattenflotte“ gehören. Das sind Schiffe, die nicht bei Lloyds in London versichert sind.

Warnung von Greenpeace

Greenpeace schreibt dazu:

„70 beladene Öltanker sitzen derzeit im Persischen Golf fest. Der Grund: Nach dem Angriff Israels und der USA auf den Iran blockiert das Land die strategisch wichtige Meerenge. Die Kriegshandlungen und gestörte Positionssignale erhöhen das Risiko von Havarien dramatisch. Seit Beginn der Feindseligkeiten wurden bereits mehrere Schiffe angegriffen, darunter Rohöltanker vor der Küste Kuwaits, Iraks, der Vereinigten Arabischen Emirate und Omans. Zuletzt sind zwei Containerschiffe in der Straße von Hormus in Brand geraten. Insgesamt sind die im Persischen Golf blockierten Riesen-Tanker (VLCC=Very Large Crude Carrier) mit rund 15 Millionen Tonnen Öl beladen – eine Menge, die dem jährlichen Rohölverbrauch von Griechenland entspricht.“

„Im Falle einer Havarie zahlen die Menschen vor Ort den Preis für völkerrechtswidrige Aggression und fossile Interessen. Ein Ölunfall würde die einzigartigen Ökosysteme und ihre Lebensgrundlage für Jahrzehnte zerstören“, sagte Nina Noelle, Greenpeace-Sprecherin, laut Mitteilung der NGO. „Unsere Simulationen zeigen ein ökologisches Pulverfass: 70 blockierte Tanker in der Straße von Hormus stellen ein enormes Risiko dar, das die Unsicherheit in der Region verschärft. Greenpeace fordert ein sofortiges Ende der militärischen Gewalt, die Rückkehr zum Völkerrecht und diplomatische Lösungen.“

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