Der US-Investor Ray Dalio warnt vor einem möglichen Rückgang der Nachfrage nach amerikanischen Staatsanleihen (Treasuries) durch China und Japan. Dies hätte Folgen für die US-Schulden. Beide Länder gehören zu den größten ausländischen Gläubigern der Vereinigten Staaten und haben ihre Bestände zuletzt bereits reduziert.
Die USA seien laut Dalio bei rund einem Drittel ihrer Finanzierung auf ausländisches Kapital angewiesen, sagte der Gründer des Hedgefonds Bridgewater Associates laut Bloomberg in einem Interview mit Bloomberg Television. Ein erheblicher Teil dieses Kapitals komme aus Japan und China.
China und Japan reduzieren Bestände
Vor allem China habe aus wirtschaftlichen und geopolitischen Gründen wenig Interesse daran, seine Bestände weiter auszubauen, erklärte Dalio. Problematisch sei insbesondere, wenn zwischen Schuldner und Gläubiger zugleich politische Spannungen bestünden. Auch Japan habe den USA über Jahre große Summen zur Verfügung gestellt und könnte nach Einschätzung Dalios künftig stärker darauf bedacht sein, Kapital zurückzuführen.
Japan ist weiterhin der größte ausländische Besitzer von US-Staatsanleihen. Im Juli gingen die Bestände laut Bloomberg jedoch um 12,8 Milliarden Dollar auf rund 1,1 Billionen Dollar zurück. China hat seine offiziell ausgewiesenen Bestände seit dem Höchststand von rund 1,3 Billionen Dollar im Jahr 2013 deutlich reduziert. Im Juli lagen sie noch bei etwa 618 Milliarden Dollar.
Dalio warnt vor US-Schuldenkrise
Dalio erneuerte zugleich seine Warnung vor einer möglichen amerikanischen Schuldenkrise innerhalb der kommenden drei Jahre. Steigende Finanzierungskosten belasteten bereits einzelne Schuldner. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liegt laut Bloomberg bei rund 5,3 Prozent und damit auf einem Niveau, das zuletzt Anfang der 2000er-Jahre erreicht wurde. US-Staatsanleihen haben im bisherigen Jahresverlauf an Wert verloren.
US-Finanzminister Scott Bessent hatte zuvor versucht, die Märkte zu beruhigen. Wirtschaftswachstum und eine Begrenzung der Staatsausgaben könnten den Anstieg der staatlichen Verschuldung vergleichsweise schnell bremsen, erklärte er.
Risiken durch KI-Finanzierung
Dalio äußerte darüber hinaus Bedenken hinsichtlich der Finanzierung großer Technologiekonzerne, die hohe Summen in Künstliche Intelligenz investieren. Einige dieser Unternehmen seien zunehmend darauf angewiesen, sich über den Anleihemarkt zu finanzieren, nachdem Investitionen zuvor stärker durch Eigenkapital getragen worden seien. Dadurch könnten zusätzliche Risiken für den derzeitigen KI-Boom entstehen.
