Überschwemmungen und Erdrutsche haben auf Kreta Häuser, Straßen und Brücken beschädigt. Bei Karines in der Region Rethymno kam ein Viehhalter ums Leben. Besonders betroffen ist die Gemeinde Mylopotamos. In Zoniana drangen Wasser und Schlamm in Häuser ein und rissen Fahrzeuge mit. In Gouves wurden Autos ins Meer gespült, berichtet MEGA.
In Anogia registrierte Meteo, der Wetterdienst des Nationalen Observatoriums Athen, zwischen dem 30. September und dem Mittag des 1. Oktober 361,4 Liter Regen pro Quadratmeter. Besonders hohe Mengen fielen im Norden und im Bergland der Insel.
Der griechische Katastrophenschutz hält die Alarmstufe „Red Code“ bis Sonntag aufrecht. Weitere kräftige Regenfälle und Gewitter werden erwartet.
Auch längerfristig registrieren griechische Forscher mehr Unwetter mit schweren Folgen. Eine wissenschaftliche Auswertung von Meteo zählt für Griechenland 626 Wetterereignisse mit gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Auswirkungen zwischen 2000 und 2025. Ereignisse der höchsten Schadenskategorie traten in der zweiten Hälfte des Untersuchungszeitraums 38 Prozent häufiger auf als in der ersten. Erfasst werden neben Überschwemmungen auch Stürme, Hagel, Schnee, Tornados und tödliche Blitzschläge.
Kreta hat bereits früher extreme Regenfälle erlebt. Im Februar 2019 registrierte Meteo in Askifou insgesamt 1.225 Millimeter Niederschlag in einem Monat, nach zwei schweren Unwetterlagen. Das Nationale Observatorium bezeichnete den Wert damals als europäischen Monatsrekord, wie Meteo berichtete. Im Oktober 2022 führten Sturzfluten auf Kreta erneut zu schweren Schäden und mindestens einem Todesopfer.
Die Daten zeigen eine Zunahme schwerer wetterbedingter Schadensereignisse in Griechenland. Ob und in welchem Umfang der Klimawandel das aktuelle Unwetter auf Kreta verstärkt hat, lässt sich daraus nicht bestimmen.
