Nach Lob für Putin: Scharfe Kritik an Steve Witkoff

Mehrere republikanische Senatoren kritisieren den US-Sondergesandten Steve Witkoff scharf, weil er Putin einen „Menschenfreund“ genannt hatte.

Wladimir Putin (rechts) mit Steve Witkoff (links) vor ihrem Treffen am 21. Oktober 2026 in Sankt Petersburg. (Foto: Gavriil Grigorov / POOL / AFP)
Wladimir Putin (rechts) mit Steve Witkoff (links) vor ihrem Treffen am 21. Oktober 2026 in Sankt Petersburg. (Foto: Gavriil Grigorov / POOL / AFP)

Steve Witkoff sorgt mit einem einzigen Wort für Empörung in den eigenen Reihen: Trumps Sondergesandter bezeichnete Wladimir Putin als „Humanitarian“, auf Deutsch „Menschenfreund“. Mehrere republikanische Senatoren reagierten scharf. Doch Vizepräsident JD Vance und Präsident Donald Trump springen Witkoff zur Seite.

US-Sondergesandter Steve Witkoff gerät nach ungewöhnlich warmen Worten für Russlands Präsidenten Wladimir Putin auch aus den eigenen republikanischen Reihen unter Druck. Bei einem Treffen in St. Petersburg hatte Witkoff Putin nach der Freilassung des 74-jährigen US-Amerikaners Stephen Hubbard als „Humanitarian“, auf Deutsch „Menschenfreund“, bezeichnet. Hubbard hatte mehr als vier Jahre in russischer Haft verbracht, wie die AP berichtet.

Besonders deutlich reagierte der republikanische Senator Thom Tillis aus North Carolina. „WTF, Steve?“, schrieb Tillis und forderte Witkoff auf, die Bedeutung des Wortes „Humanitarian“ nachzuschlagen. Die Aussage sei „peinlich und empörend“. Witkoff solle Familien ukrainischer Kinder fragen, ob sie Putin ebenfalls für einen Menschenfreund hielten, berichtete CBS News.

Auch der republikanische Senator John Cornyn aus Texas widersprach Witkoff scharf. Putin sei kein „Humanitarian“, sondern ein „stone cold killer“, schrieb Cornyn laut CBS News. Senatorin Joni Ernst erklärte ebenfalls, Putin sei „nicht unser Freund“ und „ganz sicher kein Menschenfreund“. Seine Angriffe auf Zivilisten zeigten eine Missachtung menschlichen Lebens. „Appeasement wird diesen Krieg nicht beenden. Druck schon“, sagte sie laut dem Guardian.

Rückendeckung erhielt Witkoff dagegen von Vizepräsident JD Vance. Er verteidigte den diplomatischen Ansatz des Sondergesandten und argumentierte, entscheidend sei, dass der Amerikaner Hubbard freigekommen sei. Witkoff habe als Diplomat einen Job zu erledigen und dafür auch freundliche Worte wählen dürfen.

Auch Donald Trump stellte sich hinter Witkoff. Mit Blick auf Hubbards Freilassung sagte der Präsident, für „diesen speziellen Zweck“ könne man Putins Handeln entsprechend würdigen, berichtete der Guardian. Trump betonte zugleich, die USA hätten für Hubbards Freilassung keinen Gefangenenaustausch anbieten müssen, wie auch die AP meldete.

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