In Neapel und Teilen Kampaniens sind infolge der Proteste große Mengen Benzin und Diesel ausgegangen. Vor noch belieferten Tankstellen bilden sich lange Warteschlangen.
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Nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA waren in Neapel zuletzt nur noch wenige Tankstellen ausreichend versorgt. Auch bei Flüssiggas gibt es Engpässe. Rai News berichtete, die Tankstellen in der Stadt seien „fast alle“ ohne Kraftstoff.
Protest gegen hohe Kosten
Die Lastkraftwagenfahrer protestieren vor allem gegen hohe Dieselpreise und gestiegene Betriebskosten. Hinzu kommen Forderungen nach staatlichen Entlastungen, der Auszahlung zugesagter Steuergutschriften und besseren Möglichkeiten, höhere Kraftstoffkosten auf Frachttarife umzulegen. Auf Sizilien spielen zusätzlich hohe Fährkosten eine Rolle.
Die Proteste sind nicht einheitlich organisiert. Neben Verbänden beteiligen sich auch regionale und spontan gebildete Gruppen an Blockaden und Demonstrationen.
Engpässe auch außerhalb Kampaniens
Die Probleme beschränken sich nicht auf Neapel. Auch aus Kalabrien, Basilikata und Apulien werden leere Tankstellen und gestörte Lieferketten gemeldet. Protestaktionen gab es zudem auf Sizilien und in Molise.
Besonders angespannt ist die Lage rund um die Treibstofflager im Osten Neapels. Nach einem Bericht des Corriere della Sera konnten dort zeitweise keine Tankwagen ausfahren. Auch auf Ischia und Procida wurde Kraftstoff knapp.
Auch Lebensmittelversorgung beeinträchtigt
Die Blockaden wirken sich auch auf die Lebensmittelversorgung aus. In Neapel, Caserta und Salerno blieben in mehreren Supermärkten Regale leer, besonders betroffen waren frische Waren wie Fleisch, Eier, Obst und Gemüse. Ursache waren unter anderem Behinderungen an Logistikzentren und ausbleibende Lastwagenlieferungen. Teilweise konnten verderbliche Waren nicht mehr rechtzeitig ausgeliefert werden und mussten entsorgt werden. Ähnliche Probleme wurden auch aus Teilen Kalabriens und Siziliens gemeldet.
Folgen für öffentliche Dienste
Die Engpässe treffen zunehmend auch öffentliche Dienstleistungen. Gesundheitsorganisationen warnen vor Problemen bei Patiententransporten und Rettungsdiensten. In mehreren Gemeinden im Großraum Neapel wurde außerdem die Müllabfuhr eingeschränkt.
Die Behörden gehen inzwischen verstärkt gegen die Blockaden vor. Nach italienischen Medienberichten wurden mehr als 1.300 Teilnehmer identifiziert und 71 Menschen angezeigt. Sicherheitskräfte begleiteten zugleich Lastwagen, um wichtige Lieferungen zu ermöglichen.
Italienische Medien berichten außerdem über Ermittlungen zu möglichen Einflussnahmen organisierter krimineller Gruppen. Bislang gibt es keinen Nachweis für eine Beteiligung der Camorra.
Preise an einzelnen Tankstellen gestiegen
An einzelnen Tankstellen wurden zudem deutliche Preisaufschläge gemeldet. ANSA berichtete von bis zu 2,799 Euro je Liter Diesel und 2,499 Euro für Benzin.
Die Proteste hatten Mitte Oktober an mehreren Verkehrsknotenpunkten in Süditalien begonnen und haben sich inzwischen zu einer breiteren Versorgungskrise entwickelt.
