Kaum Bürgerproteste: China baut massiv neue Rechenzentren

China baut seine Infrastruktur für künstliche Intelligenz mit hohem Tempo aus. Neue Rechenzentren entstehen im ganzen Land.

Geräte im Lichuan AI Computing Center in der Stadt Lichuan,
Geräte im Lichuan AI Computing Center in der Stadt Lichuan,

China treibt den Aufbau eines landesweiten Netzes von Rechenzentren voran. Das berichtet die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Die Infrastruktur soll Rechenleistung, Stromversorgung und Datennetze stärker miteinander verbinden.

Allein in Langfang in der Provinz Hebei, rund eine Autostunde von Peking entfernt, sind nach Xinhua-Angaben inzwischen 36 Rechenzentren entstanden. Sie stellen unter anderem Rechenleistung für Huawei, JD.com sowie Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Peking bereit.

Auch Standorte außerhalb der großen Wirtschaftszentren werden ausgebaut. Im zentralchinesischen Lichuan nutzt ein KI-Rechenzentrum das kühle Klima und vergleichsweise günstigen Strom aus Wasserkraft. Nach Angaben aus China werden dort unter anderem Satellitendaten verarbeitet.

Die sogenannte intelligente Rechenkapazität Chinas stieg nach Angaben des Industrieministeriums bis Ende Juni innerhalb eines Jahres um 177 Prozent auf 2.185 EFLOPS. Mit dem Programm „East Data, West Computing“ verlagert China zudem rechenintensive Aufgaben aus den dicht besiedelten und wirtschaftsstarken Küstenregionen in den energie- und flächenreicheren Westen.

Öffentlich sichtbarer Widerstand gegen diesen Ausbau ist bislang nicht festzustellen. Eine Recherche von The China Academy untersuchte 24 chinesische Rechenzentrumsprojekte aus den Jahren 2022 bis 2026. Der Autor suchte für jedes Projekt gezielt nach Protesten, Beschwerden, Petitionen, Anhörungen, Klagen und Absagen. Bei keinem der 24 Projekte fand er einen projektspezifischen Protest gegen den Standort, eine Anwohnerklage oder eine durch Widerstand verursachte Verzögerung oder Absage.

Gefunden wurden allerdings Beschwerden über bereits laufende Anlagen, etwa wegen des Lärms von Kühlaggregaten. Die Untersuchung wertet ihr Ergebnis deshalb ausdrücklich nicht als Beleg dafür, dass es in China überhaupt keinen Widerstand gegen Rechenzentren gibt. Sie stellt lediglich fest, dass bei den untersuchten Projekten kein organisierter Widerstand gegen deren Ansiedlung dokumentiert werden konnte.

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