Berliner neue Koalition: Aktie von Immobilienunternehmen Adler stürzt ab

Das Unternehmen ist hoch verschuldet und fast vollständig auf den Berliner Wohnungsmarkt konzentriert. Diese Kombination macht Anleger nervös.

Die Vergesellschaftungspläne von Linken, Grünen und SPD in Berlin setzen Immobilienunternehmen unter Druck. Besonders heftig reagiert die Adler Group: Die Aktie verlor am Montag 9,5 Prozent. Das Unternehmen ist fast vollständig auf den Berliner Wohnungsmarkt konzentriert und zugleich hoch verschuldet. Genau diese Kombination macht Adler für Anleger besonders anfällig.

Die mögliche neue Berliner Koalition aus Linken, Grünen und SPD will große private Wohnungsbestände vergesellschaften. Nach dem Sondierungspapier sollen Unternehmen mit mehr als 10.000 Wohnungen betroffen sein, wobei die ersten 10.000 Wohnungen im Bestand verbleiben sollen. Insgesamt geht es um rund 160.000 Wohnungen.

An der Börse traf die Nachricht besonders die Adler Group. Die Aktie fiel am Montag um 9,46 Prozent auf rund neun Cent.

Der starke Kursverlust hat einen einfachen wirtschaftlichen Grund: Adler ist im Vergleich zu vielen anderen Immobilienunternehmen sehr hoch verschuldet. Ende Juni lag der sogenannte Loan-to-Value, also das Verhältnis der Nettoverschuldung zum Wert des Immobilienvermögens, bei 79,2 Prozent. Zudem verfügte Adler nur über 155 Millionen Euro liquide Mittel.

Damit besitzt Adler nur einen vergleichsweise kleinen finanziellen Puffer. Sinkt der Wert des Immobilienbestands oder müsste das Unternehmen Wohnungen zu einem deutlich niedrigeren Preis als ihrem bisherigen bilanziellen Wert abgeben, würde dieser Puffer schnell kleiner.

Gerade deshalb ist die Berliner Entwicklung für Adler besonders relevant. Das Unternehmen hat sein verbleibendes Wohnungsportfolio inzwischen nahezu vollständig auf Berlin konzentriert. Ein politischer Eingriff in den Berliner Wohnungsmarkt trifft Adler daher unmittelbarer als einen geografisch breiter aufgestellten Konzern.

Noch ist allerdings nichts beschlossen. Linke, Grüne und SPD haben sich zunächst auf Koalitionsverhandlungen verständigt. Ein Gesetz zur Vergesellschaftung soll nach den bisherigen Planungen frühestens Mitte 2028 vorgelegt werden.

Für Anleger bleibt damit vor allem eine Frage entscheidend: Welche Entschädigung würde Adler für möglicherweise betroffene Wohnungen erhalten? Je größer der Abschlag zum bisherigen Immobilienwert ausfällt, desto stärker würde sich die ohnehin hohe Verschuldung des Unternehmens bemerkbar machen.

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