Ron Prosor warnt vor „Islamismus“ in Europa

Aus Anlass des Gedenkens an den 7. Oktober 2023 sagte Ron Prosor, Botschafter Israels in Deutschland, Europa dürfe die Gefahren des Islamismus nicht unterschätzen.

Ron Prosor auf der Gedenkveranstaltung am 8. Oktober 2026 im Berliner Hilton. (Foto: World News Monitor)
Ron Prosor auf der Gedenkveranstaltung am 8. Oktober 2026 im Berliner Hilton. (Foto: World News Monitor) ++*+

Der israelische Botschafter Ron Prosor hat bei einer Gedenkveranstaltung zum dritten Jahrestag des Hamas-Terrorangriffs vom 7. Oktober 2023 dazu aufgerufen, Islamismus und Antisemitismus entschiedener entgegenzutreten. Das Gedenken an die Opfer dürfe nicht zum Ritual verkommen, sagte Prosor. Prosor erhob den Vorwurf, ein UNRWA-Mitarbeiter habe die Leiche eines israelischen Opfers Sohnes Gaza verschleppt. Er kritisierte, das bisher keine Untersuchung des Falls durch die UN erfolgt sei. Die Mutter des Opfers bestätigte den Vorgang zeigte ein Video, das die Verschleppung zeigen soll. Prosor sagte, er habe den Vorfall den persönlich gemeldet und kritisierte Deutschland und EU, dass sie untätig blieben und die UN-Organisation weiterhin finanzierten.

„Realitätsverweigerung“

Prosor warf den Europäern „Realitätsverweigerung“ vor. Europa müsse die Bedrohung erkennen, die erklärten Absichten seiner Gegner ernst nehmen und Antisemitismus klar benennen. Viele Städte seien längst zu „No-Go-Zonen für Juden“ geworden, beklagte der Botschafter und verwies dabei auch auf Teile Berlins. „Davidssterne werden versteckt, Hebräisch wird gefüstert“, sagte er. „Das ist Europa 2026.“ Nicht nur die Juden seien betroffen. Auch die freiheitliche Gesellschaft insgesamt sei bedroht.

Prosor kritisierte außerdem, dass Antisemitismus in weiten Teilen der Linken verharmlost werde. Den Vereinten Nationen warf er vor, den jüdischen Staat zu delegitimieren. „Das habe ich aus der Nähe tagtäglich miterlebt“, sagte er. Für den Fall einer fortgesetzten Verdrängung der Gefahren warnte Prosor Europa vor schwerwiegenden Folgen. „Diejenigen, die heute uns bekämpfen, werden morgen euch bekämpfen.“ Der Hass der „Islamisten“ richte sich gegen die Werte, die Israel und Europa verbänden: Demokratie, Freiheit und Individualismus.

Juden müssen sich frei bewegen können

Den Angriff vom 7. Oktober bezeichnete Prosor als „Genozid gegen Juden und Israel“. Er erklärte, Tausende Palästinenser seien daran beteiligt gewesen. Aus dem Geschehen müssten Konsequenzen gezogen werden: „Nehmen wir die Welt, wie sie ist und nicht, wie wir sie gerne hätten. Nehmen wir unsere Feinde beim Wort.“ Notwendig sei der tägliche Einsatz für Juden in Israel und Deutschland. Juden müssten sich auf den Straßen Berlins und im ganzen Land frei und sicher bewegen und ihre Religion frei ausüben können.

Zur Veranstaltung am Donnerstag hatten die Botschaft des Staates Israel in Deutschland und der World Jewish Congress (WJC) ins Berliner Hilton eingeladen. Organisiert wurde die Veranstaltung, zu der unter anderem die Präsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses gekommen war, von Bella Bella Zchwiraschwili, Direktorin für Stakeholder Engagement beim WJC für Deutschland. Die Mutter und der Vater von zwei Opfern schilderten das Leben und die Umstände des Todes ihrer Kinder. Der Pianist Igor Levit sprach Worte der Betroffenheit und der Sorge über den wachsenden Antisemitismus. Zum Gedenken an die ermordeten jungen Israelis spielte er „Kaddisch“ von Maurice Ravel.

About WNM Redaktion 560 Articles
Die Artikel des World News Monitor (WNM) werden von Redakteuren recherchiert und geschrieben. Die Technologie von NewsTech hilft beim Auffinden von Themen und bei der Vertiefung der Recherche. Vor jeder Veröffentlichung erfolgt eine finale Qualitätskontrolle durch einen Redakteur.