In Spanien gab es am Samstag massive Proteste gegen die Lebenshaltungskosten: Bei der zentralen Kundgebung in Madrid haben am Samstag Zehntausende Menschen für den Erhalt des öffentlichen Rentensystems demonstriert. Nach Angaben der Regierungsdelegation nahmen rund 25.000 Menschen teil, die Veranstalter sprachen von etwa 50.000, wie RTVE berichtet.
Aufgerufen hatte die Coordinadora Estatal por la Defensa del Sistema Público de Pensiones (COESPE). Die Demonstranten forderten unter anderem höhere Mindestrenten, eine Anpassung an die Preisentwicklung und Schutz vor einer stärkeren Privatisierung der Altersvorsorge.
Wohnungsnot bleibt zentrales Protestthema
Auch die Lage auf dem Wohnungsmarkt mobilisiert viele Menschen. Anfang Oktober fanden nach Angaben von RTVE landesweit mehr als 50 Demonstrationen und Protestaktionen gegen hohe Mieten, Immobilienspekulation und Zwangsräumungen statt.
In Madrid bezifferte die Regierungsdelegation die Beteiligung auf rund 70.000 Menschen, während die Veranstalter von bis zu 500.000 Teilnehmern sprachen. Auch in Städten wie Barcelona, Bilbao, Málaga und Alicante gab es Proteste.
Generalstreik für den 11. November
Für den 11. November ist ein landesweiter 24-stündiger Generalstreik angekündigt. Gewerkschaften wie UGT, CCOO, CGT und CNT sowie Mieterorganisationen fordern unter anderem höhere Löhne, bezahlbaren Wohnraum und bessere Arbeits- und Sozialbedingungen. Die Anmeldung des Streiks beim Arbeitsministerium bestätigte die Gewerkschaft UGT.
Proteste im Bildungswesen
In der Region Madrid befinden sich Lehrkräfte seit dem 14. Oktober im Arbeitskampf. Rund 3.000 Lehrer demonstrierten am Donnerstag vor dem Regionalparlament und forderten kleinere Klassen, weniger Unterrichtsstunden, mehr Personal und bessere Bezahlung, wie El País berichtet.
Arbeitskämpfe auch in anderen Regionen
Auch außerhalb Madrids gibt es derzeit soziale und arbeitsrechtliche Proteste. In Vigo streiken an diesem Wochenende Beschäftigte des Lieferdienstes Glovo für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen. Nach Angaben von La Voz de Galicia sind weitere Streiktage für Ende Oktober und Anfang November angekündigt.
Auch im Baskenland kam es in den vergangenen Wochen zu Protesten wegen hoher Wohnkosten sowie zu Arbeitskämpfen um Löhne und Tarifbedingungen.
