Update Dienstag, 21.30 Uhr: Donald Trump hat sich für einen Diesel-Exportstopp ausgesprochen. „Ich habe gesagt, lasst uns den Diesel nicht ausführen“, sagte Trump am Dienstag am Rande der UN-Generaldebatte in New York laut AFP. Nach Angaben von Finanzminister Scott Bessent prüft die US-Regierung die Maßnahme.
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Was noch vor einigen Wochen als undenkbar galt – jetzt wird es offen diskutiert: Führende Republikaner drängen Donald Trump, die Ausfuhr amerikanischer Kraftstoffe zu begrenzen oder zu stoppen. Für Deutschland käme das zu einem Zeitpunkt, an dem Diesel bereits teuer ist und wichtige Lieferquellen ausgefallen sind.
Nach Berechnungen der Internationalen Energieagentur lagen die Nettoexporte von Diesel und Gasoil aus Russland und den Golfstaaten im August rund 1,6 Millionen Barrel pro Tag unter dem Niveau vom Februar. Die USA exportieren derzeit fast dieselbe Größenordnung: Nach Daten der US-Energiebehörde EIA waren es in der Woche zum 11. September rund 1,61 Millionen Barrel Destillate pro Tag.
Deutschland müsste teurer einkaufen
Deutschland bezieht einen großen Teil seines zusätzlichen Dieselbedarfs über den europäischen Markt. Fielen amerikanische Lieferungen aus, würde in Rotterdam, Antwerpen und anderen Importhäfen weniger Ware ankommen. Deutsche Händler müssten dann mit anderen Käufern um ein kleineres Angebot konkurrieren.
Die Preise sind bereits hoch. Nach Angaben des ADAC kostete Diesel am Donnerstag bundesweit durchschnittlich 2,471 Euro je Liter, am Sonntag 2,446 Euro. Gleichzeitig erreichten die europäischen Dieselmargen Rekordstände.
Keine Entlastung aus Russland
Auch aus Russland ist kurzfristig keine Entlastung zu erwarten. Moskau hat den Diesel-Exportstopp für Produzenten bis Ende September verlängert; für andere Marktteilnehmer gelten Beschränkungen noch länger. Gleichzeitig setzt die Ukraine ihre Angriffe auf russische Raffinerien fort. Trump hat Selenskyj aufgefordert, diese Angriffe zu stoppen, weil sie nach seiner Darstellung die weltweite Dieselknappheit verschärfen. Selenskyj ist dazu nur bereit, wenn Russland im Gegenzug seine Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur einstellt. Solange der Krieg und die gegenseitigen Angriffe auf Energieanlagen weitergehen, ist aus Russland weder für Deutschland noch für den Weltmarkt mit zusätzlichen Dieselmengen zu rechnen.
Rhein verschärft das Problem
Für Deutschland kommt das Niedrigwasser auf dem Rhein hinzu. Am Pegel Kaub lag der Wasserstand am 21. September nur noch bei 15 Zentimetern. Für die kommenden Tage wird ein weiterer Rückgang erwartet. Die Frachtraten stiegen innerhalb einer Woche um rund 50 Euro je Tonne.
Das trifft vor allem West- und Süddeutschland. Tankschiffe können bei niedrigem Wasserstand weniger laden, während Bahn und Lkw die fehlenden Mengen nur teilweise auffangen können. Diesel aus den Importzentren Rotterdam und Antwerpen wird dadurch teurer ins deutsche Binnenland transportiert.
Drei Euro bleiben ein Risiko
Ein Dieselpreis von drei Euro je Liter wäre durch einen US-Exportstopp allein nicht zwangsläufig. Dafür müssten mehrere Belastungen gleichzeitig zusammenkommen: weitere Raffinerieausfälle, geringe Lieferungen aus den Golfstaaten, Störungen wichtiger Schifffahrtsrouten und zusätzliche Exportbeschränkungen.
Die EU-Kommission sieht derzeit keine unmittelbare Gefahr für die Versorgung.
