Lage verschärft: Schwere Angriffe auf Flughäfen in Saudi-Arabien

Präsident Donald Trump schließt eine Beteiligung der USA an Militärschlägen gegen die Huthis nicht aus.

Dieser Screenshot aus einem Video, das vom Ansarullah Media Centre am 7. Oktober 2026 veröffentlicht wurde, zeigt einen Kämpfer der Houthi-Milizen, der im Gouvernement Taiz eine Panzerfaust abfeuert, während diese gegen von Saudi-Arabien unterstützte jemenitische Regierungstruppen vorrücken. (Foto: Handout / ANSARULLAH MEDIA CENTRE / AFP)
Dieser Screenshot aus einem Video, das vom Ansarullah Media Centre am 7. Oktober 2026 veröffentlicht wurde, zeigt einen Kämpfer der Houthi-Milizen, der im Gouvernement Taiz eine Panzerfaust abfeuert, während diese gegen von Saudi-Arabien unterstützte jemenitische Regierungstruppen vorrücken. (Foto: Handout / ANSARULLAH MEDIA CENTRE / AFP)

Mehrere Flughäfen in Saudi-Arabien sind innerhalb weniger Tage angegriffen worden. Die Huthis bekannten sich zu mehreren Attacken. Der Golfkooperationsrat stellte sich hinter Riad.

Der jüngste Angriff trifft Saudi-Arabien unmittelbar vor dem WPC Energy Congress in Riad. Die Veranstaltung läuft vom 11. bis 15. Oktober; nach einem Empfang am Sonntag beginnt am Montag das eigentliche Kongressprogramm. Nach Angaben des WPC Energy Congress werden mehr als 25.000 Teilnehmer erwartet, darunter rund 100 Minister und 500 Vorstandschefs großer Unternehmen.

In Saudi-Arabien sind binnen weniger Tage mehrere Flughäfen mit Raketen und Drohnen angegriffen worden. Am 10. Oktober traf ein Geschoss den King Khalid International Airport in Riad. Nach Angaben saudischer Behörden wurden mindestens zwölf Menschen getötet und mehr als 300 verletzt. Der Flugbetrieb wurde zeitweise eingestellt, Flüge wurden gestrichen oder umgeleitet. Die Huthis hatten sich zu diesem jüngsten Angriff zunächst nicht bekannt. Die Associated Press bestätigte die Opferzahlen und die vorübergehende Schließung des Flughafens.

Mehrere Angriffe binnen weniger Tage

Bereits am 6. Oktober waren die Flughäfen von Jazan und Najran nahe der Grenze zum Jemen angegriffen worden. Nach Angaben der saudischen Luftfahrtbehörde wurden drei Menschen verletzt. Einen Tag später folgten Angriffe auf die Flughäfen von Abha und Riad. Drei ausländische Staatsangehörige wurden getötet, 36 Menschen verletzt. Die Huthis reklamierten die Angriffe für sich.

Am 8. Oktober erklärten die Huthis erneut, den King Khalid International Airport in Riad mit einer ballistischen Rakete angegriffen zu haben. Nach saudischen Angaben kamen drei saudische Staatsbürger ums Leben, darunter ein Pilot der Fluggesellschaft Saudia. Ein Flugzeug wurde beschädigt. Al Jazeera dokumentierte außerdem die Warnung der Huthis an internationale Fluggesellschaften, den saudischen Luftraum zu meiden.

Huthis warnen Fluggesellschaften

Die Huthis erklärten weite Teile des saudischen Luftraums zu ihrem Operationsgebiet. Flugzeuge, die dort verkehren, könnten demnach als Ziele betrachtet werden. Ausgenommen seien die Gebiete über den heiligen Städten Mekka und Medina.

Golfkooperationsrat stellt sich hinter Riad

Der Golfkooperationsrat verurteilte die Angriffe und erklärte, die Sicherheit Saudi-Arabiens sei Teil der gemeinsamen Sicherheit seiner Mitgliedstaaten. Der GCC sagte Riad Unterstützung bei Maßnahmen zum Schutz seiner Sicherheit und Souveränität zu. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar verurteilten die Angriffe.

Trump schließt US-Militärschläge nicht aus

Der amerikanische Präsident Donald Trump schloss nach dem jüngsten Angriff eine amerikanische Beteiligung an Militärschlägen gegen die Huthis nicht aus. Auf die Frage, ob sich die USA an saudischen Angriffen beteiligen könnten, antwortete Trump laut US-Medien: „Das ist möglich. Wir werden es uns ansehen. Wir haben gerade erst von dem jüngsten Anschlag erfahren, daher werden wir eine Entscheidung treffen. Wir handeln sehr schnell.“

Gleichzeitig bereiten die USA Optionen für mögliche neue Militärschläge gegen Iran vor. So wurde das US-Zentralkommando CENTCOM angewiesen, Vorbereitungen für eine mögliche Wiederaufnahme größerer Kampfoperationen abzuschließen. Trump hat bislang keine Entscheidung über einen neuen Angriff getroffen.

Kämpfe im Jemen dauern an

Im Jemen dauern die Kämpfe zwischen den Huthis und den von Saudi-Arabien unterstützten Kräften der international anerkannten Regierung an. Saudi-Arabien hat seine militärischen Operationen ausgeweitet. Besonders um die Küstengebiete am Roten Meer und die strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandab wird gekämpft. Angaben der Konfliktparteien über Geländegewinne lassen sich teilweise nicht unabhängig überprüfen.

Israel setzt Angriffe in Gaza und im Libanon fort

Auch in Gaza und im Libanon dauern israelische Militäreinsätze an. Im Gazastreifen wurden am 10. Oktober nach Angaben der Associated Press fünf Palästinenser bei israelischen Luftangriffen getötet. Trotz der bestehenden Waffenruhe kommt es weiterhin zu israelischen Angriffen.

Im Libanon wurden am selben Tag bei einem israelischen Drohnenangriff im Bezirk Hermel nahe der syrischen Grenze sechs Menschen verletzt, darunter fünf Syrer und ein Libanese. Israel erklärte, Ziel sei ein Mann gewesen, der im Auftrag Irans Angriffe gegen israelische Kräfte in Syrien vorbereitet habe. Die Darstellung ließ sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

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