Polen alarmiert: Russischer Hubschrauber aus Kaliningrad verletzt Luftraum

Donald Tusk warnt vor russischen Angriffen auf Nato-Gebiet. Aus Tschechien kommt eine Warnung vor einer Provokation unter falscher Flagge.

Karte: World News Monitor (mit Hilfe von KI erstellt)
Karte: World News Monitor (mit Hilfe von KI erstellt)

Polen hat seine Luftverteidigung verstärkt, nachdem es wiederholt zu Luftraumverletzungen gekommen sein soll. Die polnische Luftwaffe startete am 17. September präventive Luftpatrouillen, um den östlichen Teil des polnischen Luftraums zu sichern.

Nur wenige Tage später teilte das Einsatzkommando der polnischen Streitkräfte auf X mit: dass es am 23. September um 11:08 Uhr „nördlich der Ortschaft Braniewo zu einer kurzzeitigen Verletzung des Luftraums der Republik Polen durch einen Mi-8-Hubschrauber der Streitkräfte der Russischen Föderation“ gekommen sei.

Der Hubschrauber habe einen Flug aus dem Gebiet Kaliningrad durchgeführt. Er soll den polnischen Luftraum bis zu einer maximalen Tiefe von etwa 300 Metern verletzt und sich darin 42 Sekunden lang aufgehalten haben. Das Einsatzkommando weiter: „Der Flug des Luftfahrzeugs wurde von den Radarsystemen der polnischen Streitkräfte beobachtet. Kampfflugzeuge stiegen zum Alarmstart auf, und die bodengebundenen Kräfte und Mittel befanden sich in Bereitschaft. Der Charakter des Vorfalls deutet darauf hin, dass Russland erneut die Einsatzbereitschaft unserer Luftverteidigung testet.“ Belege legte das Einsatzkommando nicht vor. Russland dementierte die Absicht, einen Nato-Staat angreifen zu wollen.

Der polnische Verteidigungsminister Władysław Kosinjak-Kamysz hatte zuvor in den sozialen Medien geschrieben: „Nach den jüngsten russischen Provokationen und Aggressionen habe ich beschlossen, den Schutz unseres Luftraums zu verstärken. Wir erhöhen die Aktivität unserer Luftstreitkräfte, einschließlich der F-16-Kampfjets und Hubschrauber.“

Ministerpräsident Donald Tusk sagt: „Ich möchte der Öffentlichkeit das wahrscheinlichste Szenario für die nächsten Monate vorstellen, denn es geht von ernsten Ereignissen aus und erfordert Konzentration, Ernsthaftigkeit und die mentale Bereitschaft, schwierige Prüfungen zu bestehen.“ Geheimdienstinformationen zufolge umfasse der russische Plan „auch hybride Drohnen- und Raketenangriffe gegen Länder, die die Ukraine unterstützen, darunter Polen“, sagte Tusk im Parlament: „Diese Möglichkeiten werden schon seit Längerem erwähnt, und die Informationen sind heute sehr schlüssig und leider auch überzeugend.“

Der tschechische Geheimdienstchef Michal Koudelka sagte dem Guardian, ein russischer Angriff, der „eine begrenzte Invasion, Provokationen unter falscher Flagge oder eine massive Einflusskampagne“ umfassen könnte, könne innerhalb von „Monaten, nicht Jahren“ erfolgen.

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