Der Internationalen Währungsfonds (IWF) sieht in hoch verschuldeten Ländern des Euroraums Handlungsbedarf. Gleichzeitig steigen die Ausgabenanforderungen für Verteidigung, Energie und Investitionen.
Hohe Schulden, wenig Spielraum
Der IWF fordert eine stärkere strukturelle Konsolidierung. In seiner jüngsten Analyse des Euroraums empfiehlt der Fonds, den strukturellen Primärsaldo bis 2031 um rund drei Prozentpunkte des Bruttoinlandsprodukts zu verbessern. Gegenüber dem bisherigen Pfad entspricht das einem zusätzlichen Anpassungsbedarf von etwa 1,3 Prozentpunkten. Dieser entfällt nach Darstellung des IWF vor allem auf Länder mit hoher Staatsverschuldung.
Hinzu kommt das schwache Wachstum. Für den Euroraum erwartet der IWF 2026 nur 0,9 Prozent Wachstum. Zugleich dürfte die durchschnittliche Staatsverschuldung von 86,6 Prozent des BIP im Jahr 2025 auf 87,4 Prozent 2026 steigen.
Frankreich und Italien
Besonders im Blick stehen Frankreich und Italien. Gegen beide läuft weiterhin ein EU-Verfahren wegen eines übermäßigen Defizits.
Für den IWF verschärft sich damit der Zielkonflikt: Die Staaten sollen ihre Haushalte stabilisieren, zugleich aber mehr für Verteidigung, Infrastruktur und Energiesicherheit ausgeben. Der Fonds setzt deshalb nicht allein auf Kürzungen, sondern auch auf effizientere Staatsausgaben, Reformen von Sozial- und Transfersystemen sowie Maßnahmen zur Stärkung des Wachstums.
Weniger Puffer für neue Krisen
Aus Sicht des IWF ist vor allem entscheidend, dass hoch verschuldete Staaten ihre Schuldenquoten mittelfristig wieder senken. Bleiben Defizite hoch, steigen die Zinskosten und der finanzielle Spielraum für künftige Krisen nimmt ab.
Wachstum, Inflation, Finanzmärkte
Neben der Schuldenfrage stehen in Bangkok der neue Weltwirtschaftsausblick, die Finanzstabilität und die Fiskalpolitik auf der Agenda. Weitere Themen sind Inflation und Geldpolitik, Risiken im Schattenbankensektor, hohe Energiepreise und die wirtschaftlichen Folgen künstlicher Intelligenz.
