Renditen deutscher Staatsanleihen steigen weiter

Die hohen Staatsausgaben und die wachsende Verschuldung bleiben eine Belastung für die den finanzpolitischen Spielraum der Bundesregierung.

Friedrich Merz und Lars Klingbeil während einer Sitzung im Bundestag in Berlin am 25. September 2026. (Foto: Odd Andersen / AFP)
Friedrich Merz und Lars Klingbeil während einer Sitzung im Bundestag in Berlin am 25. September 2026. (Foto: Odd Andersen / AFP)

Die Renditen deutscher Staatsanleihen stiegen am Montag weiter. Damit verteuert sich die Aufnahme neuer Schulden des Bundes.

Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen lag am Montag bei rund 3,64 Prozent. Am Freitag hatte sie bei 3,62 Prozent gelegen. Ende August waren es noch rund 3,27 Prozent. Innerhalb eines Monats ist die Rendite damit um mehr als 0,3 Prozentpunkte gestiegen.

Der Anstieg fällt in eine Zeit deutlich höherer staatlicher Ausgaben. Das Finanzierungsdefizit des deutschen Gesamtstaats belief sich im ersten Halbjahr 2026 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auf 71,3 Milliarden Euro und lag damit 36,6 Milliarden Euro über dem Vorjahreswert. Die Defizitquote erreichte 3,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Allein der Bund verzeichnete ein Defizit von 48,1 Milliarden Euro. Die staatlichen Ausgaben stiegen im ersten Halbjahr um 6,1 Prozent, die Einnahmen um 2,8 Prozent.

Für 2026 sieht der Bundeshaushalt Investitionen von mehr als 128 Milliarden Euro vor. Die Neuverschuldung liegt einschließlich der Sondervermögen bei rund 180 Milliarden Euro.

Renditen steigen auch im Ausland

Auch an anderen europäischen Anleihemärkten lagen die Renditen am Montag höher. Zehnjährige französische Staatsanleihen rentierten mit rund 4,75 Prozent. In Italien waren es rund 4,59 Prozent, in Spanien etwa 4,13 Prozent. Deutschland kann sich damit weiterhin zu niedrigeren Zinsen verschulden als diese Staaten.

Noch höher liegen die Renditen in den USA. Zehnjährige US-Staatsanleihen rentierten am Montag mit rund 5,2 Prozent. Ende August hatte die Rendite noch bei rund 4,72 Prozent gelegen. Zweijährige US-Staatsanleihen warfen zuletzt rund 4,9 Prozent ab.

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