Vor dem Treffen von Xi Jinping und Donald Trump am Donnerstag in Washington wird in Teilen der BRICS-Presse die Frage gestellt, ob die von dem Staatenbund propagierte multipolare Ordnung von einer neuen Machtkonzentration auf die USA und China überlagert werden könnte. Am deutlichsten wird diese Sorge derzeit in Indien formuliert.
Indien
C. Raja Mohan schreibt am Dienstag im Indian Express, Xis Weg vom BRICS-Gipfel in Delhi zum Treffen mit Trump zeige eine „unbequeme Realität“: Die BRICS-Rhetorik über künstliche Intelligenz sei multipolar, die technologische Macht an der Spitze aber weiterhin auf die USA und China konzentriert. Indien solle Vereinbarungen beider Staaten zur Begrenzung von KI-Risiken begrüßen. Mohan warnt zugleich vor einem möglichen „AI condominium“ und vor der Gefahr, dass Washington und Peking Regeln festlegen könnten, die anschließend auch für andere Staaten gelten.
Brasilien
Igor Patrick schreibt in der Folha de S.Paulo vom 18. September, Xi habe den BRICS-Gipfel in Delhi auch genutzt, um seine Position für die Verhandlungen mit Trump vorzubereiten. Patrick bezeichnet den Staatenbund als „fragmentiert“ und schreibt, das Treffen habe wesentlich der chinesischen Strategie gedient. Als Beispiel nennt er kritische Rohstoffe: Sollte China in Washington bilateral Zugeständnisse bei seltenen Erden erreichen, hätte Peking für sich durchgesetzt, was die anderen BRICS-Mitglieder weiterhin gemeinsam fordern.
Russland
Elena Chernenko stellt im aktuellen Kommersant die Risiken künstlicher Intelligenz als eines der Hauptthemen des Xi-Trump-Treffens heraus. Washington und Peking bereiten demnach einen regelmäßigen zwischenstaatlichen Dialog über KI-Risiken vor, während sie zugleich über Technologie, Exportbeschränkungen und strategische Vorteile konkurrieren. Eine Sorge vor einem amerikanisch-chinesischen Duopol formuliert der Beitrag nicht; im Vordergrund steht der Versuch der beiden Großmächte, gemeinsame Risiken ihrer Konkurrenz zu begrenzen. Der Artikel erschien online am 21. September und in der Zeitungsausgabe vom 22. September.
Weitere BRICS-Staaten
In den aktuell geprüften größeren Medien der übrigen BRICS-Staaten findet sich keine vergleichbar klare eigenständige Wertung des Gipfels als mögliches amerikanisch-chinesisches Duopol. Das südafrikanische TimesLIVE berichtet aktuell über Xis gestärkte internationale Position und Trumps veränderten Umgang mit China, der Beitrag basiert jedoch auf einer Agenturmeldung. Die indonesische ANTARA veröffentlicht am Dienstag ausführlich über eine Stabilisierung der amerikanisch-chinesischen Beziehungen, übernimmt dabei aber Xinhua und damit wesentlich die chinesische Darstellung. Das in Abu Dhabi erscheinende The National konzentriert sich auf Handel, Taiwan, künstliche Intelligenz, kritische Rohstoffe und Iran. Eine darüber hinausgehende G2-Kritik findet sich dort nicht. Auch in Saudi-Arabien, Ägypten, Äthiopien und Iran findet sich derzeit keine ähnlich klare eigene Kommentierung.
Vor dem Treffen von Xi Jinping und Donald Trump am Donnerstag in Washington wird in Teilen der BRICS-Presse die Frage gestellt, ob die von dem Staatenbund propagierte multipolare Ordnung von einer neuen Machtkonzentration auf die USA und China überlagert werden könnte. Am deutlichsten wird diese Sorge derzeit in Indien formuliert.
Indien
C. Raja Mohan schreibt am Dienstag im Indian Express, Xis Weg vom BRICS-Gipfel in Delhi zum Treffen mit Trump zeige eine „unbequeme Realität“: Die BRICS-Rhetorik über künstliche Intelligenz sei multipolar, die technologische Macht an der Spitze aber weiterhin auf die USA und China konzentriert. Indien solle Vereinbarungen beider Staaten zur Begrenzung von KI-Risiken begrüßen. Mohan warnt zugleich vor einem möglichen „AI condominium“ und vor der Gefahr, dass Washington und Peking Regeln festlegen könnten, die anschließend auch für andere Staaten gelten.
Brasilien
Igor Patrick schreibt in der Folha de S.Paulo vom 18. September, Xi habe den BRICS-Gipfel in Delhi auch genutzt, um seine Position für die Verhandlungen mit Trump vorzubereiten. Patrick bezeichnet den Staatenbund als „fragmentiert“ und schreibt, das Treffen habe wesentlich der chinesischen Strategie gedient. Als Beispiel nennt er kritische Rohstoffe: Sollte China in Washington bilateral Zugeständnisse bei seltenen Erden erreichen, hätte Peking für sich durchgesetzt, was die anderen BRICS-Mitglieder weiterhin gemeinsam fordern.
Russland
Elena Chernenko stellt im aktuellen Kommersant die Risiken künstlicher Intelligenz als eines der Hauptthemen des Xi-Trump-Treffens heraus. Washington und Peking bereiten demnach einen regelmäßigen zwischenstaatlichen Dialog über KI-Risiken vor, während sie zugleich über Technologie, Exportbeschränkungen und strategische Vorteile konkurrieren. Eine Sorge vor einem amerikanisch-chinesischen Duopol formuliert der Beitrag nicht; im Vordergrund steht der Versuch der beiden Großmächte, gemeinsame Risiken ihrer Konkurrenz zu begrenzen. Der Artikel erschien online am 21. September und in der Zeitungsausgabe vom 22. September.
Weitere BRICS-Staaten
In den aktuell geprüften größeren Medien der übrigen BRICS-Staaten findet sich keine vergleichbar klare eigenständige Wertung des Gipfels als mögliches amerikanisch-chinesisches Duopol. Das südafrikanische TimesLIVE berichtet aktuell über Xis gestärkte internationale Position und Trumps veränderten Umgang mit China, der Beitrag basiert jedoch auf einer Agenturmeldung. Die indonesische ANTARA veröffentlicht am Dienstag ausführlich über eine Stabilisierung der amerikanisch-chinesischen Beziehungen, übernimmt dabei aber Xinhua und damit wesentlich die chinesische Darstellung. Das in Abu Dhabi erscheinende The National konzentriert sich auf Handel, Taiwan, künstliche Intelligenz, kritische Rohstoffe und Iran. Eine darüber hinausgehende G2-Kritik findet sich dort nicht. Auch in Saudi-Arabien, Ägypten, Äthiopien und Iran findet sich derzeit keine ähnlich klare eigene Kommentierung.
