UN: Tiefe Kluft zwischen den USA und dem Rest der Welt

Trump pöbelt auf der Generalversammlung. Doch es gibt kaum Widerspruch, obwohl die Auswirkungen der Krieges allen Ländern zu schaffen machen.

US-Präsident Donald Trump schüttelt dem syrischen Präsidenten und früheren al-Kaida-Mann Ahmed al-Sharaa die Hand, während der Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad al-Thani, zusieht. (Foto: Brendan SMIALOWSKI / AFP)
US-Präsident Donald Trump schüttelt dem syrischen Präsidenten und früheren al-Kaida-Mann Ahmed al-Sharaa die Hand, während der Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad al-Thani, zusieht. (Foto: Brendan SMIALOWSKI / AFP)

Der amerikanische Präsident Trump sprach am Dienstag von seiner Wahl zwischen dem Wiederaufbau Irans und dessen Vernichtung. Andere Staats- und Regierungschefs warnten auf der Generalversammlung der Vereinten Nationen vor den Gefahren von Spaltung und einseitigem Handeln. Es zeigte sich, so die New York Times, eine „tiefe Kluft zwischen den Visionen des Präsidenten und seiner Amtskollegen weltweit“.

Trump nutzte seine Rede zu Beginn des Tages, um den Krieg zu verteidigen, den er im Februar an der Seite Israels begonnen hatte. Er attackierte den Iran und drohte ihm, ihn „in die Hölle zu treiben, ohne jede Überlebenschance“ – und das, wie die Times schreibt, „von einem Podium aus, auf dem Staatschefs üblicherweise Frieden und globale Harmonie predigen“. Trump sagte, er müsse eine wichtige Entscheidung treffen: „Wird ein Abkommen mit dem Iran geschlossen, das es ihm ermöglicht, sich wiederaufzubauen und ein weitaus größeres Land zu schaffen als je zuvor, vielleicht eines der größten im Nahen Osten oder gar weltweit? Oder werde ich die Islamische Republik vernichten, und zwar schnell, damit sie nie wieder die Chance bekommt, Menschen und Länder zu töten und zu zerstören?“

Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian wird voraussichtlich am Mittwoch vor der Versammlung sprechen. Die iranischen Streitkräfte kritisierten in einer von den staatlichen Medien verbreiteten Erklärung Trumps Äußerungen als „Missbrauch des UN-Bühnenraums zur Legitimierung von Aggression, Unsicherheit und globaler Bandenkriminalität“.

Trump beanspruchte in einer Rede auch das Ende des Gaza-Krieges für sich, obwohl ein Plan zur Entwaffnung der Hamas und zum Abzug der israelischen Truppen seit Monaten ins Stocken geraten ist. Die humanitäre Lage ist weiterhin katastrophal. Mehrere Redner übten harsche Kritik an Israel. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan verurteilte Israel und warf ihm eine „genozidale Gesinnung“ vor. Israels Delegierte verließen während seiner Rede den Saal. Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, der Emir von Katar, bezeichnete die Situation in Gaza als „Genozid im wahrsten Sinne des Wortes“. Katar ist ein US-Verbündeter, die Türkei Nato-Mitglied.

In ihren Reden vermieden die zahlreichen Staats- und Regierungschefs weitgehend Kritik an Trump und den von ihm angeordneten Kriegen gegen Iran und Venezuela. Stattdessen gab es verhaltene Anspielungen und allgemeine Aufrufe zur Zusammenarbeit. Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva wies immerhin die US-Kritik an der organisierten Kriminalität zurück und betonte das Selbstbestimmungsrecht des venezolanischen Volkes.

Treffen Iran und USA am Rande der Versammlung

Vertreter der USA und Irans haben am Dienstag am Rande der UN-Generalversammlung in New York miteinander gesprochen. US-Präsident Donald Trump erklärte, das Treffen habe rund drei Stunden gedauert. Auf amerikanischer Seite waren demnach sein Sondergesandter Steve Witkoff und Jared Kushner beteiligt. Iranische Staatsmedien bestätigten ihrerseits ein Treffen von Außenminister Abbas Araghchi mit Witkoff. Dabei habe Teheran seine Bedingungen für eine Wiederöffnung der Straße von Hormus übermittelt, darunter die Aufhebung der US-Seeblockade iranischer Häfen, die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte und ein Ende der Kampfhandlungen. Trump bezeichnete die Gespräche als „sehr produktiv“ und kündigte ein weiteres Treffen in naher Zukunft an. Was davon stimmt ist unabhängig nicht zu überprüfen.

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