China beschwert sich über Großbritanniens Schikanen an den Grenzen

China beklagt lange Befragungen und beschlagnahmte Handys bei britischen Grenzkontrollen. Nach Angaben Pekings sind auch Touristen und Handelsdelegationen betroffen.

Guo Jiakun, Sprecher des chinesischen Außenminsiteriums. (Foto: Außenamt China)
Guo Jiakun, Sprecher des chinesischen Außenminsiteriums. (Foto: Außenamt China)

China hat bei Großbritannien gegen die Behandlung chinesischer Staatsangehöriger bei Grenzkontrollen protestiert. Außenamtssprecher Guo Jiakun erklärte am Dienstag, dem 27. Oktober, seinem Ministerium und der Botschaft in London lägen mehrere Berichte über Reisende vor, die bei der Ein- und Ausreise über längere Zeit festgehalten und befragt worden seien. Zudem hätten britische Beamte Mobiltelefone und andere elektronische Geräte beschlagnahmt.

Laut dem chinesischen Außenministerium bezeichnete Guo das Vorgehen als willkürlich und überzogen. China habe auf diplomatischem Weg nachdrücklich protestiert und werde sich für die Sicherheit und die rechtmäßigen Interessen seiner Staatsangehörigen einsetzen.

Auch Touristen und Familienbesucher betroffen

Anlass war ein Sicherheitshinweis der chinesischen Botschaft in London vom 19. Oktober. Demnach waren Mitglieder von Wirtschafts- und Handelsdelegationen, Touristen sowie Reisende auf Familienbesuch betroffen. Die Botschaft forderte Großbritannien auf, das aus ihrer Sicht willkürliche Festhalten und Befragen chinesischer Staatsbürger zu beenden.

Guo empfahl Reisenden, den Hinweis vor einer Fahrt nach Großbritannien sorgfältig zu lesen. Die Botschaft rät darin, sich über die britische Kontrollpraxis zu informieren und auf den Schutz von Eigentum und Privatsphäre zu achten.

Britische Vorgaben untersagen willkürliche Kontrollen

Nach Darstellung der Botschaft beriefen sich die britischen Beamten auf das Antiterror- und Grenzsicherheitsgesetz von 2019. Das britische Innenministerium erläutert in seinen allgemeinen Vorgaben, dass Grenzbeamte Reisende befragen und elektronische Geräte untersuchen dürfen, um mögliche feindliche Aktivitäten für andere Staaten zu prüfen. Ein konkreter Verdacht gegen die kontrollierte Person ist dafür nicht zwingend erforderlich. Die Auswahl darf jedoch nicht willkürlich erfolgen; die Maßnahmen müssen verhältnismäßig sein.

Genaue Fallzahlen, Orte und Zeitpunkte der beanstandeten Kontrollen nennen die chinesischen Mitteilungen nicht. Ob die britischen Behörden in den geschilderten Fällen gegen die geltenden Vorgaben verstoßen haben, lässt sich anhand der verfügbaren Quellen nicht unabhängig beurteilen.

About WNM Redaktion 695 Articles
Die Artikel des World News Monitor (WNM) werden von Redakteuren recherchiert und geschrieben. Die Technologie von NewsTech hilft beim Auffinden von Themen und bei der Vertiefung der Recherche. Vor jeder Veröffentlichung erfolgt eine finale Qualitätskontrolle durch einen Redakteur.