China verschärft den Handelskonflikt mit Europa. Das chinesische Handelsministerium hat am 3. Oktober eine Anti-Dumping-Untersuchung gegen Importe von p-Nitrotoluol aus der Europäischen Union eingeleitet. Der Stoff, auch 4-Nitrotoluol genannt, wird unter anderem als chemisches Zwischenprodukt eingesetzt.
Auslöser des Verfahrens ist ein Antrag der chinesischen Unternehmen Jiangsu Huaihe Chemicals und Hubei Dongfang Chemical Industry, die nach Angaben des Ministeriums im Namen der heimischen p-Nitrotoluol-Industrie handeln. Untersucht werden Einfuhren aus der EU im Zeitraum vom 1. Juli 2025 bis zum 30. Juni 2026. Die mögliche Schädigung der chinesischen Industrie betrachtet Peking für den Zeitraum seit Anfang 2022.
Auf den ersten Blick ist der Fall klein. Doch für Europas größte Chemienation Deutschland besitzt das Verfahren eine größere Signalwirkung. Mit LANXESS gehört ein deutscher Spezialchemiekonzern zu den europäischen Produzenten von p-Nitrotoluol. Gleichzeitig geraten Chemieprodukte immer stärker in den Mittelpunkt der handelspolitischen Auseinandersetzung zwischen Brüssel und Peking.
China wirft europäischen Anbietern vor, p-Nitrotoluol zu Dumpingpreisen auf den chinesischen Markt gebracht und dadurch einheimische Hersteller geschädigt zu haben. Ob dieser Vorwurf zutrifft, soll nun das Verfahren klären. Strafzölle sind mit der Eröffnung der Untersuchung noch nicht verbunden.
Für die deutsche Chemieindustrie kommt der Konflikt zu einem schwierigen Zeitpunkt. Nach Berechnungen von BASF sank die Chemieproduktion in der Europäischen Union 2025 um 2,1 Prozent, in Deutschland sogar um 3,3 Prozent. In China dagegen legte sie um rund sieben Prozent zu. Die Zahlen finden sich im Geschäftsbericht 2025 von BASF.
China ist zugleich einer der wichtigsten Absatz- und Produktionsmärkte für deutsche Chemiekonzerne. BASF erzielte dort 2025 nach Angaben im Geschäftsbericht 2025 rund 7,8 Milliarden Euro Umsatz mit Kunden. Das entsprach etwa 13 Prozent des gesamten Konzernumsatzes. Zum Jahresende lagen zudem langfristige Vermögenswerte von mehr als zehn Milliarden Euro in China.
Der Ludwigshafener Konzern baut seine Präsenz dort weiter aus. Der neue Verbundstandort im südchinesischen Zhanjiang ist inzwischen der drittgrößte BASF-Verbundstandort weltweit und soll vor allem den chinesischen Markt beliefern. BASF beschreibt China in seinem Geschäftsbericht als den größten Chemiemarkt der Welt.
Auch Covestro ist stark vom chinesischen Markt abhängig. Der Kunststoffkonzern erzielte dort 2025 einen Umsatz von 2,956 Milliarden Euro. Bei einem Konzernumsatz von 12,942 Milliarden Euro kam damit knapp ein Viertel der Erlöse aus China, wie aus dem Geschäftsbericht 2025 von Covestro hervorgeht.
Für LANXESS ist der aktuelle Handelsstreit besonders bemerkenswert. Der Spezialchemiekonzern geht auf europäischer Seite selbst gegen chinesische Billigimporte vor. In seinem Geschäftsbericht 2025 schreibt LANXESS, das Unternehmen verfolge aktiv Anti-Dumping-Verfahren gegen nach eigener Einschätzung unfaire Marktpraktiken und Niedrigpreisimporte aus China. Erste Behördenentscheidungen hätten die eigene Marktposition in Europa gestärkt.
Damit entsteht zunehmend ein handelspolitisches Wechselspiel: Europäische Chemiekonzerne klagen über chinesische Überkapazitäten und niedrige Preise. Unternehmen beantragen Schutzmaßnahmen, die EU eröffnet Anti-Dumping-Verfahren – und auf chinesischer Seite folgen Untersuchungen gegen europäische Produkte.
China verschärft den Handelskonflikt mit Europa. Das chinesische Handelsministerium hat am 3. Oktober eine Anti-Dumping-Untersuchung gegen Importe von p-Nitrotoluol aus der Europäischen Union eingeleitet. Der Stoff, auch 4-Nitrotoluol genannt, wird unter anderem als chemisches Zwischenprodukt eingesetzt.
Auslöser des Verfahrens ist ein Antrag der chinesischen Unternehmen Jiangsu Huaihe Chemicals und Hubei Dongfang Chemical Industry, die nach Angaben des Ministeriums im Namen der heimischen p-Nitrotoluol-Industrie handeln. Untersucht werden Einfuhren aus der EU im Zeitraum vom 1. Juli 2025 bis zum 30. Juni 2026. Die mögliche Schädigung der chinesischen Industrie betrachtet Peking für den Zeitraum seit Anfang 2022.
Ein kleiner Fall mit größerer Signalwirkung
Auf den ersten Blick ist der Fall klein. Doch für Europas größte Chemienation Deutschland besitzt das Verfahren eine größere Signalwirkung. Mit LANXESS gehört ein deutscher Spezialchemiekonzern zu den europäischen Produzenten von p-Nitrotoluol. Gleichzeitig geraten Chemieprodukte immer stärker in den Mittelpunkt der handelspolitischen Auseinandersetzung zwischen Brüssel und Peking.
China wirft europäischen Anbietern vor, p-Nitrotoluol zu Dumpingpreisen auf den chinesischen Markt gebracht und dadurch einheimische Hersteller geschädigt zu haben. Ob dieser Vorwurf zutrifft, soll nun das Verfahren klären. Strafzölle sind mit der Eröffnung der Untersuchung noch nicht verbunden.
Europas Chemieproduktion fällt zurück
Für die deutsche Chemieindustrie kommt der Konflikt zu einem schwierigen Zeitpunkt. Nach Berechnungen von BASF sank die Chemieproduktion in der Europäischen Union 2025 um 2,1 Prozent, in Deutschland sogar um 3,3 Prozent. In China dagegen legte sie um rund sieben Prozent zu. Die Zahlen finden sich im Geschäftsbericht 2025 von BASF.
China ist zugleich einer der wichtigsten Absatz- und Produktionsmärkte für deutsche Chemiekonzerne. BASF erzielte dort 2025 nach Angaben im Geschäftsbericht 2025 rund 7,8 Milliarden Euro Umsatz mit Kunden. Das entsprach etwa 13 Prozent des gesamten Konzernumsatzes. Zum Jahresende lagen zudem langfristige Vermögenswerte von mehr als zehn Milliarden Euro in China.
BASF und Covestro hängen stark am chinesischen Markt
Der Ludwigshafener Konzern baut seine Präsenz dort weiter aus. Der neue Verbundstandort im südchinesischen Zhanjiang ist inzwischen der drittgrößte BASF-Verbundstandort weltweit und soll vor allem den chinesischen Markt beliefern. BASF beschreibt China in seinem Geschäftsbericht als den größten Chemiemarkt der Welt.
Auch Covestro ist stark vom chinesischen Markt abhängig. Der Kunststoffkonzern erzielte dort 2025 einen Umsatz von 2,956 Milliarden Euro. Bei einem Konzernumsatz von 12,942 Milliarden Euro kam damit knapp ein Viertel der Erlöse aus China, wie aus dem Geschäftsbericht 2025 von Covestro hervorgeht.
LANXESS kämpft selbst gegen chinesische Billigimporte
Für LANXESS ist der aktuelle Handelsstreit besonders bemerkenswert. Der Spezialchemiekonzern geht auf europäischer Seite selbst gegen chinesische Billigimporte vor. In seinem Geschäftsbericht 2025 schreibt LANXESS, das Unternehmen verfolge aktiv Anti-Dumping-Verfahren gegen nach eigener Einschätzung unfaire Marktpraktiken und Niedrigpreisimporte aus China. Erste Behördenentscheidungen hätten die eigene Marktposition in Europa gestärkt.
Damit entsteht zunehmend ein handelspolitisches Wechselspiel: Europäische Chemiekonzerne klagen über chinesische Überkapazitäten und niedrige Preise. Unternehmen beantragen Schutzmaßnahmen, die EU eröffnet Anti-Dumping-Verfahren – und auf chinesischer Seite folgen Untersuchungen gegen europäische Produkte.
Lokale Produktion schützt vor Importzöllen
Noch schützt die starke lokale Produktion viele deutsche Konzerne teilweise vor chinesischen Importzöllen. BASF etwa verfolgt ausdrücklich das Prinzip, große Märkte zunehmend aus lokaler Produktion zu bedienen. Neben Nanjing verfügt das Unternehmen inzwischen auch in Zhanjiang über einen großen Verbundstandort. Die Strategie und die chinesischen Produktionsstandorte beschreibt BASF ebenfalls im Geschäftsbericht 2025.
Für Unternehmen, die Spezialprodukte dagegen aus Europa nach China exportieren, können Anti-Dumping-Zölle unmittelbar problematisch werden. Genau darin liegt die Bedeutung des Falls p-Nitrotoluol: Nicht unbedingt im Volumen des einzelnen Produktes, sondern darin, dass Peking europäische Chemieexporte sehr gezielt untersuchen kann.
Die entscheidende Frage: Folgt eine Serie weiterer Verfahren?
Das Verfahren läuft zunächst bis spätestens Oktober 2027 und kann verlängert werden. Noch richtet es sich ausdrücklich gegen p-Nitrotoluol aus der gesamten Europäischen Union – nicht gegen die deutsche Chemieindustrie als Ganzes. Das geht aus der offiziellen Bekanntmachung des chinesischen Handelsministeriums hervor.
Doch für BASF, Covestro, Evonik und LANXESS stellt sich inzwischen eine größere Frage: Bleibt p-Nitrotoluol ein isolierter Handelsstreit – oder folgen weitere Verfahren gegen europäische Chemieprodukte?
Sollte Peking seine Untersuchungen ausweiten, könnte aus dem Streit um ein vergleichsweise kleines chemisches Zwischenprodukt ein deutlich größerer Konflikt werden. Für Deutschlands Chemieindustrie wäre dann nicht der erste Fall entscheidend, sondern die Summe vieler gezielter Verfahren.
Für Unternehmen, die Spezialprodukte dagegen aus Europa nach China exportieren, können Anti-Dumping-Zölle unmittelbar problematisch werden. Genau darin liegt die Bedeutung des Falls p-Nitrotoluol: Nicht unbedingt im Volumen des einzelnen Produktes, sondern darin, dass Peking europäische Chemieexporte sehr gezielt untersuchen kann.
Das Verfahren läuft zunächst bis spätestens Oktober 2027 und kann verlängert werden. Noch richtet es sich ausdrücklich gegen p-Nitrotoluol aus der gesamten Europäischen Union – nicht gegen die deutsche Chemieindustrie als Ganzes. Das geht aus der offiziellen Bekanntmachung des chinesischen Handelsministeriums hervor.
Doch für BASF, Covestro, Evonik und LANXESS stellt sich inzwischen eine größere Frage: Bleibt p-Nitrotoluol ein isolierter Handelsstreit – oder folgen weitere Verfahren gegen europäische Chemieprodukte?
Sollte Peking seine Untersuchungen ausweiten, könnte aus dem Streit um ein vergleichsweise kleines chemisches Zwischenprodukt ein deutlich größerer Konflikt werden. Für Deutschlands Chemieindustrie wäre dann nicht der erste Fall entscheidend, sondern die Summe vieler gezielter Verfahren.
