Manchester City: Finanzskandal führt nach Abu Dhabi

Manchester City soll über Jahre Eigentümergeld als Sponsoring verbucht haben. Im Zentrum stehen 830,69 Millionen Pfund aus dem Umfeld von Sheikh Mansour.

Der ghanaische Mittelfeldspieler von Manchester City, Antoine Semenyo (rechts), Nr. 42, erzielt am 20. September 2026 im Etihad Stadium in Manchester (Nordwestengland) das vierte Tor im Premier-League-Spiel zwischen Manchester City und Sunderland. (Foto: PETER POWELL / AFP)
Der ghanaische Mittelfeldspieler von Manchester City, Antoine Semenyo (rechts), Nr. 42, erzielt am 20. September 2026 im Etihad Stadium in Manchester (Nordwestengland) das vierte Tor im Premier-League-Spiel zwischen Manchester City und Sunderland. (Foto: PETER POWELL / AFP)

Zwischen den Spielzeiten 2009/10 und 2017/18 wies Manchester City 949,94 Millionen Pfund an Einnahmen aus den untersuchten Sponsoringvereinbarungen aus. Davon sollen nach Feststellung einer unabhängigen Kommission der Premier League nur 119,25 Millionen Pfund von den Sponsoren selbst getragen worden sein. Die übrigen 830,69 Millionen Pfund seien von der Abu Dhabi United Group, kurz ADUG, finanziert worden. ADUG ist die Eigentümergesellschaft von Sheikh Mansour. Nach Auffassung der Kommission wurde damit Eigentümerfinanzierung als kommerzielles Sponsoring ausgewiesen. Darüber berichtet unter anderem die Financial Times.

Hinzu kamen weitere beanstandete Konstruktionen bei Bildrechten und Vergütungen. Insgesamt stellte City seine Finanzlage nach den Feststellungen der Kommission um mehr als 900 Millionen Pfund zu günstig dar.

Für die Finanzregeln ist die Herkunft des Geldes entscheidend. Eigentümerkapital wird anders behandelt als reguläre Sponsorenerlöse. Wird Eigentümergeld als Sponsoring ausgewiesen, erscheinen die kommerziellen Einnahmen des Klubs höher. Manchester City bestreitet die Vorwürfe. Der Klub hält die Entscheidung für rechtlich und tatsächlich fehlerhaft und will sie anfechten.

Die Verbindung zu Abu Dhabi

Sheikh Mansour bin Zayed Al Nahyan ist Eigentümer Manchester Citys und zugleich Vizepräsident und stellvertretender Premierminister der Vereinigten Arabischen Emirate. Das Verfahren richtet sich gegen Manchester City, nicht gegen die Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate. Die Kommission stellte jedoch fest, dass die 830,69 Millionen Pfund aus ADUG und damit aus der Eigentümersphäre Sheikh Mansours stammten.

Enge Beziehungen zu Großbritannien

Großbritannien und die Vereinigten Arabischen Emirate arbeiten politisch und wirtschaftlich eng zusammen. Im April 2026 vereinbarten beide Regierungen einen erweiterten Kooperationsrahmen. Er umfasst Außenpolitik, Verteidigung, Handel und Investitionen, künstliche Intelligenz, Energie sowie Justiz und den Kampf gegen illegale Finanzströme. Das geht aus der gemeinsamen Erklärung beider Regierungen hervor.

Auch Manchester ist Teil dieser Wirtschaftsbeziehungen. Bei einem Telefonat mit dem Präsidenten der VAE am 26. Juli 2026 dankte der britische Premierminister laut Downing Street ausdrücklich für Investitionen der Emirate in Manchester und deren Auswirkungen auf die Stadt.

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