Israel bereitet Abriegelung des Westjordanlands vor

Bei einem Schusswechsel nahe Hebron im besetzten Westjordanland sind zwei Angreifer von israelischen Soldaten getötet worden. Mindestens fünf Menschen wurden verletzt. Israels Regierung will das Gebiet nun abriegeln.

Israelische Soldaten am 23. Oktober 2026 nach einem Feuergefecht mit bewaffneten Palästinensern am nördlichen Kontrollpunkt von Hebron im israelisch besetzten Westjordanland. (Foto: Ahmad Gharabli / AFP)
Israelische Soldaten am 23. Oktober 2026 nach einem Feuergefecht mit bewaffneten Palästinensern am nördlichen Kontrollpunkt von Hebron im israelisch besetzten Westjordanland. (Foto: Ahmad Gharabli / AFP)

Nach Angaben des israelischen Militärs hatten die beiden Männer an der Judea Junction nahe Hebron das Feuer eröffnet. Soldaten hätten zurückgeschossen und beide getötet. Bei ihnen seien ein M16-Gewehr, eine Pistole und Munition gefunden worden. Reuters berichtete unter Berufung auf die Armee, die Suche nach möglichen weiteren Beteiligten dauere an.

Nach Angaben von Rettungskräften wurden mindestens fünf Menschen verletzt, einige von ihnen schwer. Die Associated Press berichtete, während des Einsatzes habe es zunächst weiter Schusswechsel gegeben.

Auch die israelische Times of Israel berichtete unter Berufung auf das Militär von einem längeren Schusswechsel und den bei den Angreifern gefundenen Waffen.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ordnete nach dem Vorfall eine vollständige Abriegelung Hebrons sowie Vorbereitungen für weitergehende Einschränkungen im Westjordanland an. Netanjahu brachte den Angriff mit der Hamas in Verbindung. Ein unabhängig überprüfbarer Beleg für eine direkte Beteiligung der Organisation lag zunächst nicht vor.

Die Lage im Westjordanland ist seit Monaten angespannt. Das UN-Nothilfebüro OCHA dokumentierte seit Jahresbeginn zahlreiche Angriffe israelischer Siedler, bei denen Palästinenser verletzt oder Eigentum beschädigt wurde. Auch in der Region Hebron kam es zuletzt wiederholt zu Gewalt und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit.

Israelische Medien berichten, die beiden Angreifer hätten geplant, israelische Zivilisten zu töten.

Der rechtsextreme israelische Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir forderte laut der Times of Israel die Auflösung der Palästinensischen Autonomiebehörde. „Wir müssen handeln, bevor es zu spät ist. Die Palästinensische Autonomiebehörde muss aufgelöst und entmilitarisiert werden, und ihre Terrorinfrastruktur muss vollständig zerstört werden“, erklärte Ben Gvir fünf Tage vor den israelischen Wahlen.

Es gibt bisher keine Hinweise auf eine Beteiligung der Palästinensischen Autonomiebehörde an dem Vorfall.

Zuletzt gab es Spekulationen, der Krieg zwischen Israel und den USA gegen den Iran könnte vor den Wahlen erneut ausbrechen. Angesichts der angespannten Sicherheitslage wurden Überlegungen zur Durchführung der Wahlen angestellt.