Wie Vanguard News berichtet, ist es im Nigerdelta zu einer Ölpest gekommen. 216 Gemeinden sind betroffen. Die Behörden ordneten am Dienstag an, medizinische Teams in die betroffenen Gebiete zu schicken. Nach Angaben des Gouverneurs hat die Verschmutzung die Fischerei stark beeinträchtigt. In den betroffenen Gemeinden ist Fisch knapp geworden, die Preise sind gestiegen.
Der Betreiber Heritage Energy Operational Services Limited (HEOSL) soll medizinische Hilfe und Hilfsgüter bereitstellen. Das Unternehmen hat nach Angaben der Regionalregierung zugesichert, die technischen Arbeiten abzuschließen und die Reinigung der betroffenen Gebiete bis Ende Oktober zu beenden. Vertreter des Ijaw Youth Council werfen dem Betreiber vor, weiterhin Rohöl durch undichte Leitungen zu pumpen. Sie fordern Sanierung, Entschädigungen und medizinische Hilfe.
HEOSL betreibt seit 2017 das Fördergebiet OML 30 im Nigerdelta. Dazu gehören acht produzierende Öl- und Gasfelder sowie ein rund 87 Kilometer langer Abschnitt der Trans-Forcados-Pipeline. Heritage Oil, zu dessen Unternehmensgruppe HEOSL gehört, ist auf Jersey registriert. Das Unternehmen wurde 2014 von Energy Investments Global übernommen, einer Gesellschaft aus dem Umfeld von Al Mirqab Capital.
Im August ordnete ein Bundesgericht in Port Harcourt an, dass HEOSL und die nigerianische Ölunfallbehörde NOSDRA ein von einem anderen Ölunfall betroffenes Gebiet im Bundesstaat Delta reinigen müssen. Die Ursache der aktuellen Verschmutzung ist bislang nicht eindeutig geklärt.
