Die für den 3. Dezember angesetzte Hinrichtung des früheren US-Armeemajors Nidal Malik Hasan soll öffentlich übertragen werden. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte zunächst in einem Interview angekündigt, dass die Menschen die Exekution durch ein Erschießungskommando sehen können sollen. Wenig später bestätigte das Pentagon, dass die Hinrichtung per Livestream übertragen werden soll.
Hegseth spricht von „ernsten Konsequenzen“
Hegseth äußerte sich in einem Interview mit dem konservativen Moderator Jack Posobiec. Die Entscheidung für das Erschießungskommando bezeichnete er als selbstverständlich. Hasan sei ein Armeemajor gewesen, der sein Land verraten und bei seinem Angriff auf dem damaligen Stützpunkt Fort Hood amerikanische Soldaten getötet habe.
Die Hinrichtung solle deshalb auch an jenem Ort stattfinden, an dem Hasan 2009 das Feuer eröffnet hatte. Hegseth sagte, die Exekution werde in Fort Hood stattfinden und von Soldaten mit Gewehren ausgeführt. Die Wahl eines Erschießungskommandos sei aus seiner Sicht angemessen.
Besonders deutlich äußerte sich Hegseth zur geplanten Öffentlichkeit der Hinrichtung. Hasan werde „ein Erschießungskommando aus Soldaten bekommen, wie es sein sollte“, sagte der Verteidigungsminister. Weiter erklärte er:
„Wir werden dafür sorgen, dass die Menschen es sehen können, dass es öffentlich ist.“ Die Öffentlichkeit müsse verstehen, so Hegseth weiter, dass es für derartige Taten „ernste Konsequenzen“ gebe.
Pentagon bestätigt Livestream
Auf die Frage Posobiecs, ob Hasan letzte Wünsche geäußert oder Kontakt mit der Regierung von Präsident Donald Trump aufgenommen habe, reagierte Hegseth knapp. Das interessiere ihn nicht, erklärte er und verwies auf den Hinrichtungstermin am 3. Dezember.
Hegseth selbst verwendete in dem veröffentlichten Gespräch nicht ausdrücklich das Wort „Livestream“. Er kündigte an, die Hinrichtung werde „öffentlich“ sein und Menschen sollten sie ansehen können.
Kurz darauf konkretisierte das US-Verteidigungsministerium die Pläne. Ein Pentagon-Vertreter bestätigte, dass die Hinrichtung tatsächlich live übertragen werden soll. Einzelheiten darüber, über welche Plattform und unter welchen Zugangsbedingungen der Stream verfügbar sein wird, wurden zunächst nicht bekanntgegeben.
Erste Militärhinrichtung seit 1961
Hasan hatte am 5. November 2009 auf dem Militärstützpunkt Fort Hood in Texas das Feuer eröffnet. 13 Menschen wurden getötet, 32 weitere verletzt. Ein Militärgericht verurteilte ihn 2013 zum Tode.
Die für Dezember geplante Exekution wäre die erste Hinrichtung durch das US-Militär seit 1961 und die erste militärische Hinrichtung durch ein Erschießungskommando seit 1945.
Christa Pike wollte ebenfalls ein Erschießungskommando
Die Ankündigung fällt in eine Phase, in der die Vollstreckung der Todesstrafe in den USA erneut kontrovers diskutiert wird. Ende September war im Bundesstaat Tennessee der Versuch gescheitert, die zum Tode verurteilte Christa Pike durch eine Giftspritze hinzurichten. Die Behörden hatten Schwierigkeiten mit der Durchführung; Pike überlebte den Hinrichtungsversuch und musste anschließend medizinisch behandelt werden.
Pike hatte sich zuvor selbst gegen die Giftspritze gewandt und beantragt, stattdessen durch ein Erschießungskommando hingerichtet zu werden. Ihr Fall hatte damit bereits unmittelbar vor Hegseths Ankündigung eine Debatte über Hinrichtungsmethoden in den USA ausgelöst.
