China nimmt Dialog mit Südkorea wieder auf

Nach acht Jahren Pause sprechen China und Südkorea über Zusammenarbeit in Technologie-Fragen. Washington sieht das nicht gerne.

China und Südkorea haben am Montag nach achtjähriger Pause ihren Dialog über Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) wieder aufgenommen.

Laut einer Erklärung des chinesischen Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) erörterten die beiden Seiten eingehend Themen wie die Entwicklungsrichtung der IKT der nächsten Generation, die digitale Inklusion und die Vergabe von Frequenzen.

Der chinesische Minister für Industrie und Informationstechnologie, Li Lecheng, sagte laut der staatlichen Global Times, dass sich die Informations- und Kommunikationsbranchen beider Länder in ihren Stärken ergänzen, eine solide Grundlage für die Zusammenarbeit bilden und großes Potenzial bergen.

Es gehe um die Verbesserung der langfristigen Kommunikations- und Austauschmechanismen sowie die Prüfung der Einrichtung von Austauschmechanismen für Spitzentechnologien wie künstliche Intelligenz.

Li betonte, dass beide Seiten zudem internationale Standards und digitale Regeln wahren, die technologische Entwicklung mitgestalten und digitale Regeln weiterentwickeln können. Dies gehe einher mit einer vertieften industriellen Zusammenarbeit, dem Austausch von Ergebnissen und der Durchführung gemeinsamer technologischer Forschung.

Der südkoreanische Minister für Wissenschaft und Informations- und Kommunikationstechnologie, Bae Kyung-hoon, erklärte laut einer Mitteilung des Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie (MIIT), dass die Wiederaufnahme dieses Treffens nach achtjähriger Pause einen neuen Ausgangspunkt für den zwischenstaatlichen Politikaustausch im Informations- und Kommunikationsbereich zwischen beiden Ländern darstellt.

Spannungen zwischen Südkorea und den USA wegen Technologie

Zwischen den USA und Südkorea gibt es derzeit Spannungen im Technologie- und Handelsbereich.

Ein wichtiger Streitpunkt betrifft Halbleiter und Chips. Die USA wollen ihre eigene Chipproduktion stärken und haben im Januar 2026 neue Maßnahmen nach „Section 232“ eingeführt, darunter einen 25 prozentigen Zoll auf bestimmte besonders leistungsfähige Chips und die Möglichkeit weiterer Maßnahmen. Das betrifft Südkorea besonders, weil Unternehmen wie Samsung und SK Hynix zu den weltweit wichtigsten Halbleiterproduzenten gehören und stark mit dem US- und China-Markt verflochten sind.

Der zweite große Konflikt betrifft China. Washington versucht, den Zugang Chinas zu fortschrittlichen Halbleitern und Produktionsanlagen einzuschränken. Südkoreanische Unternehmen produzieren jedoch in großem Umfang in China. Seoul muss also die Balance zwischen der sicherheitspolitischen Kooperation mit den USA und seinen wirtschaftlichen Interessen in China finden.

About WNM Redaktion 543 Articles
Die Artikel des World News Monitor (WNM) werden von Redakteuren recherchiert und geschrieben. Die Technologie von NewsTech hilft beim Auffinden von Themen und bei der Vertiefung der Recherche. Vor jeder Veröffentlichung erfolgt eine finale Qualitätskontrolle durch einen Redakteur.