China werde seine wirtschaftlichen, politischen und militärischen Beziehungen zu Iran auch nach dem Treffen von US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping nicht auf amerikanischen Druck einschränken. Das sagte ein hochrangiger iranischer Amtsträger der Nachrichtenagentur Reuters. Chinesische Vertreter hätten Teheran dies zugesichert. Der Amtsträger blieb ungenannt. Wann die Zusicherungen erfolgt sein sollen, geht aus dem Bericht nicht hervor. Eine öffentliche chinesische Bestätigung dieser Darstellung enthält er ebenfalls nicht.
Washington berichtet von Zusicherungen
US-Botschafter David Perdue erklärte am selben Tag laut Reuters gegenüber CNBC, Trump habe direkte oder indirekte Unterstützung für Iran als „völlig inakzeptabel“ bezeichnet. Im Sender Fox News sagte Perdue, Peking habe Washington am Vortag versichert, Iran nicht zu unterstützen. Welche konkreten Maßnahmen China zugesagt haben soll, geht aus dem Bericht nicht hervor.
Ölhandel als Grundlage der Beziehungen
China ist für Iran ein wichtiger Wirtschaftspartner. Nach einer Reuters-Recherche entfielen 2025 mehr als 80 Prozent der iranischen Ölausfuhren auf dem Seeweg auf China. Die Agentur berief sich auf den Rohstoffdatendienst Kpler. Im Jahr 2021 hatten beide Länder zudem eine auf 25 Jahre angelegte Zusammenarbeit vereinbart, die unter anderem Energie und Infrastruktur umfasst.
Demnach habe Iran Öleinnahmen über ein tauschähnliches Verfahren für Warenkäufe in China eingesetzt. Zwei hochrangige iranische Quellen und drei weitere mit dem Vorgang vertraute Personen berichteten von Medikamenten, Fahrzeugen und Kommunikationstechnik. Das Verfahren sei auch im Zusammenhang mit Verträgen über Flugabwehrausrüstung genutzt worden. Reuters konnte die behaupteten Geschäfte mit chinesischen Herstellern nicht unabhängig bestätigen. Hinweise auf Sanktionsverstöße der Hersteller lagen der Agentur nicht vor.
Chinas Außenministerium erklärte auf Anfrage von Reuters, das beschriebene Verfahren sei ihm nicht bekannt. Es bekräftigte seine Ablehnung einseitiger Sanktionen, die keine Grundlage im Völkerrecht hätten und nicht vom UN-Sicherheitsrat autorisiert seien.
Peking wirbt für Verhandlungen
Öffentlich warb Xi beim Treffen mit Trump für eine diplomatische Lösung. Nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua äußerte er die Hoffnung, Washington und Teheran würden möglichst bald zu Dialog und Verhandlungen zurückkehren und schließlich ein umfassendes Abkommen erreichen, das auch die Nuklearfrage einschließe. Die Souveränität und Sicherheit aller Staaten müssten respektiert werden, erklärte Xi demnach.
Russland begrüßt Verständigung
Auch Russlands Präsident Wladimir Putin äußerte sich nach dem Gipfel. Wie Reuters berichtete, sagte er am Freitag vor Journalisten in St. Petersburg, Russland begrüße jede „Vereinbarung positiven Charakters“ zwischen Washington und Peking. Er bezog sich ausdrücklich auf die Gespräche zwischen Trump und Xi.
