Russland warnt den Westen: „Ein kurzer Krieg“

Die Pressesprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, sagt: „Sollte Europa Russland angreifen, wäre dies ein ganz anderer Krieg – und er wäre sehr kurz.“

Maria Sacharowa. (Screenshot)
Maria Sacharowa. (Screenshot)

Die Pressesprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, bezog auf einer Pressekonferenz Stellung zu der Möglichkeit eines Atomschlags gegen Nato-Staaten. Sie wurde von der Zeitung Wedomosti gefragt, ob die Erklärung der russischen Botschaft in Irland, in der für den Fall eines Versuchs, Kaliningrad zu isolieren, ein Atomschlag gegen Nato-Staaten in Betracht gezogen wird, der offiziellen Position des russischen Außenministeriums entspreche. Außerdem sollte Sacharow erklären, wieso eine derartige Drohung aktuell ausgesprochen werde.

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Sacharowa sagte, „die russophobe Hysterie revanchistischer Kreise im Westen“ habe ihren Höhepunkt erreicht: „Einzelne Hitzköpfe treiben Europa systematisch in einen potenziellen Konflikt und bereiten eine weitere Eskalation der Spannungen vor“. Die europäische Bevölkerung werde mit apokalyptischen Szenarien und angeblichen „hybriden“ Bedrohungen eingeschüchtert. Ob Russland mit hybriden Aktionen zu tun habe, sagte sie nicht.

Der Westen habe einen Kurs der totalen Militarisierung eingeschlagen. Die Truppenstärke werde erhöht, während die Verteidigungsausgaben der an Russland grenzenden Nato-Mitgliedstaaten ein beispielloses Niveau erreichen: „Die militärische Infrastruktur des Bündnisses werde ausgebaut. Der Bau neuer Anlagen der Rüstungsindustrie sowie die Integration ziviler Innovationen und von Dual-Use-Technologien in den Verteidigungssektor schreiten zügig voran“. In Europa sei in kürzester Zeit eine regelrechte „Drohnenproduktionskette“ aufgebaut worden. Sacharowa erwähnte nicht, dass Russland bei der Produktion von Drohnen ebenfalls auf Expansionskurs sei.

Die Nato halte an den Grenzen Russlands „aggressive Manöver ab, bei denen Angriffsszenarien gegen unser Land durchgespielt werden“. Dazu gehörten „eine mögliche Blockade des Kaliningrader Gebiets, die Isolierung russischer Ostseehäfen sowie die Verlegung von Bündnistruppen durch den Suwalki-Korridor“. Zudem werde eine enge Zusammenarbeit mit der Ukraine aufgebaut, um deren Erfahrungen aus realen Kampfhandlungen gegen die russischen Streitkräfte zu übernehmen. Die Nato hatte zuvor dementiert, dass das Bündnis einen Angriff auf Russland oder eine Blockade Kaliningrads plane. Allerdings hatte ein Nato-General in allgemeiner Form darüber nachgedacht, dass im Rahmen einer Verteidigung auch mitunter ein Militärschlag auf das Gebiet des Feindes stattfinden könne.

Einige europäische Staats- und Regierungschefs würden über die Möglichkeit zu spekulieren, „russische Luftverteidigungsstützpunkte und Raketenkomplexe“ im Kaliningrader Gebiet „dem Erdboden gleichzumachen“. Einzelne an Russland grenzende EU-Staaten „brüsten sich mit ihrer Bereitschaft, Atomwaffen auf ihrem Hoheitsgebiet zu stationieren, und nehmen entsprechende Änderungen an ihrer nationalen Gesetzgebung vor“. Estland hatte kürzlich erklärt, das Land wolle mit Frankreich über den atomaren Schutzschirm verhandeln, Litauen hatte eine Vorstufe zu einer Gesetzesänderung vorgenommen.

Der polnische Außenminister Sikorski träume davon, Russland militärisch zu besiegen. Der estnische Verteidigungsminister spreche öffentlich über die Vorteile eines „Präventivkrieges“. Sacharowa: „Dabei sind diese Politiker – und nicht nur sie – davon überzeugt, dass der Krieg ausschließlich mit solchen Mitteln geführt werde, bei denen die Nato ihrer Ansicht nach im Vorteil sei. Diese Politiker müssen in die Realität zurückfinden.“ 

Schließlich wiederholte Sacharowa die Drohung mit Atomwaffen. Sie sagte: „Wie der Präsident der Russischen Föderation, Wladimir Putin, erklärte, stellt unser Land keine Bedrohung für die europäischen Staaten dar und beabsichtigt auch nicht, sie anzugreifen. Niemand sollte jedoch daran zweifeln, dass Russland über alle erforderlichen Mittel verfügt, um jede Aggression abzuwehren und jeden Angreifer zu besiegen. Sollte Europa Russland angreifen, wäre dies ein ganz anderer Krieg – und er wäre sehr kurz.“

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