BMW senkt Prognose: Preiskampf gegen China

BMW hat seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr zurückgenommen. Belastungen durch den beschleunigten Konzernumbau und das schwache Geschäft in China drücken auf die Ertragslage.

Derr BMW i3. (Foto: BMW)
Derr BMW i3. (Foto: BMW)

BMW hat seine Prognose für 2026 gesenkt. Im Automobilgeschäft rechnet der Münchner Konzern inzwischen nur noch mit einer operativen Marge um die Nulllinie. Damit ist auch ein leichter Verlust möglich. Bislang hatte BMW mit einer klar positiven Rendite gerechnet. Wie das Unternehmen in seiner aktuellen Prognosemitteilung erklärt, entwickelt sich das laufende Geschäft zwar weiterhin robust. Zusätzliche Belastungen im Schlussquartal führen jedoch zu der Korrektur.

Umbau und Modellwechsel belasten

BMW begründet den Schritt mit einer Ausweitung seiner Struktur- und Portfoliomaßnahmen. Der Konzern will den Hochlauf der Neuen Klasse beschleunigen und bisherige Fahrzeug- und Technologiegenerationen früher auslaufen lassen. Das betrifft nach Unternehmensangaben unter anderem Modelle mit der bisherigen Gen5-Batterietechnik. Die neue Gen6-Technologie soll kostengünstiger sein und mittelfristig die Profitabilität verbessern. Auch der organisatorische Umbau soll schneller vorangetrieben und die Zahl der Managementfunktionen reduziert werden.

Die Probleme treffen BMW in einer angespannten Lage der internationalen Autoindustrie. Besonders schwierig bleibt China, wo deutsche Hersteller unter starkem Wettbewerb heimischer Marken und hohem Preisdruck stehen. Bei BMW und Mini gingen die Auslieferungen dort im dritten Quartal um knapp ein Viertel zurück. In den ersten neun Monaten lag das Minus bei gut einem Fünftel. In Europa und den USA konnte der Konzern dagegen zulegen, wie aus den aktuellen Absatzzahlen von BMW hervorgeht.

Wie groß der Preisabstand zu chinesischen Konkurrenten sein kann, zeigt ein Vergleich in der elektrischen Mittelklasse. Ein umfangreich ausgestatteter BMW i3 50 xDrive wird derzeit von BMW in Deutschland mit Preisen um 80.000 Euro angeboten. Der ähnlich große BYD Seal kostet laut BYD in der Variante Comfort regulär 47.990 Euro, die besonders umfangreich ausgestattete Allradversion Excellence 53.990 Euro. Aktuelle Aktionsangebote liegen teilweise noch deutlich darunter. Der Vergleich ist nicht vollständig eins zu eins, weil BMW den i3 höher im Premiummarkt positioniert und sich Leistung, Reichweite und Ausstattung unterscheiden. Er verdeutlicht aber den erheblichen Preis- und Margendruck, unter dem europäische Hersteller im Wettbewerb mit chinesischen Marken stehen.

Auch für das Gesamtjahr erwartet BMW inzwischen einen stärkeren Rückgang der Fahrzeugauslieferungen als bisher. Der Anteil vollelektrischer Modelle soll dagegen leicht steigen. An seiner Erwartung für den freien Mittelzufluss im Autogeschäft hält das Unternehmen fest.

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