Die Bundesregierung bestätigte am Mittwoch, dass Merz nicht an der Klimakonferenz teilnehmen werde. Als Grund nannte der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer „anderweitige Verpflichtungen“. Welche Termine damit gemeint sind, sagte er nicht. Deutschland wird auf der Konferenz unter anderem von Umweltminister Carsten Schneider und Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan, beide SPD, vertreten. Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge sprach von einem „verheerenden Signal an die Welt“.
Dröge verwies auf frühere Aussagen von Merz zum Klimaschutz. Der Kanzler habe noch im August erklärt, alles dafür tun zu wollen, den Klimawandel zurückzudrängen. Nun nehme er nicht am Treffen der Staats- und Regierungschefs teil. Vor dem Hintergrund des Rückzugs der USA aus dem Pariser Klimaabkommen sei das nach Ansicht Dröges ein falsches Signal.
Die Bundesregierung erklärte dagegen, Klimaschutz sei für sie und für Merz „enorm wichtig“. Die COP31 sei eine wichtige Konferenz für internationale Entscheidungen.
„Absoluter Tabubruch“
Auch Vertreter von Umwelt- und Klimaschutzorganisationen kritisierten die Absage. Fridays-for-Future-Aktivistin Luisa Neubauer bezeichnete Merz’ Fernbleiben als „absoluten Tabubruch“. Greenpeace-Vorstand Martin Kaiser sprach von einer „Blamage“ für Deutschland.
Die COP31 folgt auf die Weltklimakonferenz COP30 im brasilianischen Belém im November 2025. Dort verabschiedeten die Staaten nach Angaben des UN-Klimasekretariats 56 Beschlüsse. Vereinbart wurden unter anderem weitere Schritte zur Klimaanpassung und ein neuer Mechanismus für einen sozial verträglichen Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft. Eine verbindliche Vereinbarung über einen Fahrplan zum Ausstieg aus fossilen Energieträgern kam dagegen nicht zustande. Brasilien brachte außerdem einen internationalen Fonds zum Schutz tropischer Wälder auf den Weg.
Merz hatte am 7. November 2025 am Gipfeltreffen zur COP30 in Belém teilgenommen. In seiner Rede erklärte er, Deutschland setze beim Klimaschutz auf Innovation und Technologie.
Die COP31 soll im November 2026 in Antalya stattfinden. Die Türkei ist Gastgeber, Australien führt die Verhandlungen.
